Direktgeschäft

Millionenschulden: 7b ist Geschichte Carolin Bauer, 18.01.2016 13:19 Uhr

Berlin - Die insolvente Firma „7b direkt“ ist nicht mehr im Geschäft. Der Betrieb sei Anfang Januar eingestellt worden, sagt Insolvenzverwalter Hans-Peter Guckel von der Hamburger Kanzlei Guckel Langholz Raabe. Bisher seien gegen den Dienstleister für Direktbestellungen Forderungen mit knapp zwei Millionen Euro angemeldet worden.

Das Bestellportal sei mit den vorhandenen Mitteln nicht mehr zu betreiben gewesen, sagt Guckel. Die zehn Mitarbeiter wurden freigestellt. Die Firma mit Sitz im bayerischen Fürstenfeldbruck hatte Mitte Oktober Insolvenzantrag gestellt. Kurz darauf wurde das Verfahren wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung eröffnet. Unter den Gläubigern seien Lieferanten, so Guckel. Bis zum 26. Januar können Forderungen angemeldet werden.

Laut Firmenchef Dieter Siebenbrodt war das Unternehmen wegen des Geschäfts mit hochpreisigen Arzneimitteln Mitte 2015 in Schieflage gekommen. Er hoffte, dass die Firma nach etwa drei Monaten aus der Insolvenz entlassen wird, und wollte auch das Geschäft mit Hochpreisern wieder aufnehmen. Dass der Betrieb jetzt eingestellt wurde, sei ihm nicht bekannt, so Siebenbrodt.

Insolvenzverwalter Guckel sieht andere Gründe für das Aus: Schuld für die Zahlungsunfähigkeit sei vor allem der Verdrängungswettbewerb gewesen, sagt der Rechtsanwalt. 7b habe im Markt nicht mehr mithalten können. Außerdem hätten die Probleme bereits im März beziehungsweise April 2014 begonnen. Derzeit werde geprüft, ob Ansprüche gegen Siebenbrodt beziehungsweise seine Frau als Aufsichtsratsvorsitzende sowie Geschäftspartner bestünden.

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