Der „Vorteil24“-Trick Alexander Müller und Patrick Hollstein, 19.11.2010 17:15 Uhr
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Abholung statt Versand: Bei "Vorteil24" werden die Arzneimittel formal im niederländischen Dinxperlo abgegeben. Foto: Briga
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Protest oder Geschäft? Die Brüder Thomas (links) und Andreas Winterfeld haben ein Konzept für Pick-up-Stellen in Apotheken entwickelt. Foto: Montanus
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Partner in Holland: Die Montanus Apotheke beliefert ihre Kunden in Partnerapotheken. Foto: APOTHEKE ADHOC
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Kein Kommentar: Das MVDA-Präsidium, Wolfgang Simons (links) und Ulrich Ströh, äußert sich nicht zu "Vorteil24". Foto: Elke Hinkelbein
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Von Hückeswagen nach Dinxperlo: Angefangen hat "Vorteil24" in den Montanus-Apotheken im Bergischen Land. Foto: Montanus
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Tüten packen in Holland: Montanus hat sich im Gewerbegebiet von Dinxperlo niedergelassen. Foto: APOTHEKE ADHOC
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Logistik für "Vorteil24": Die Phoenix-Tochter Transmed bringt die Ware nach Deutschland. Foto: APOTHEKE ADHOC
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Nachhaltige Kundenbindung: Laut Linda-Sprecherin Vanessa Bandke ist Deutschlands größte Apothekenkooperation von "Vorteil24" überzeugt. Foto: APOTHEKE ADHOC
Berlin - Die Apothekenkooperation Linda ist mit „Vorteil24“ auf Roadshow. Auf den 20 regionalen Mitgliederversammlungen des Muttervereins MVDA können sich Apotheker derzeit aus erster Hand über das Modellprojekt informieren, unter anderem bei den Erfindern Dr. Andreas und Dr. Thomas Winterfeld. Viele Fragen dürften sich um die Rentabilität des Konzepts drehen. Dank Mehrwertsteuergefälle können Partnerapotheken mit der Vermittlung sogar mehr verdienen als über eine normale Belieferung. Formal holen die Apothekenkunden ihre Medikamente nämlich selbst in Holland ab.
In den Niederlanden gilt für Arzneimittel der ermäßigte Mehrwertsteuersatz von 6 Prozent, in Deutschland der volle Satz von 19 Prozent. Normalerweise schiebt das Steuerrecht Geschäften mit dieser Differenz einen Riegel vor: Macht ein Unternehmen mit Endverbrauchern jährlich mehr als 100.000 Euro Umsatz über EU-Grenzen hinweg, gilt der Steuersatz im Empfängerland. Daran halten sich den zuständigen Finanzbehörden zufolge alle großen niederländischen Versandapotheken, die hierzulande Geschäfte machen.
Bei Montanus greift diese Umsatzschwelle nicht, denn Montanus liefert nicht nach Deutschland. In den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) von „Vorteil24“ heißt es wörtlich: „Gegenstand des Vertrages ist ausdrücklich nicht auch die Lieferung der vom Käufer bestellten Medikamente. Der Verkäufer stellt diese Medikamente vielmehr in seinen Geschäftsräumen zur Abholung für den Käufer bereit.“ Und: „Erfüllungsort ist der Geschäftssitz des Verkäufers (Holschuld).“ Das heißt: 6 Prozent für das niederländische Königshaus statt 19 Prozent für den deutschen Fiskus.
Damit der Steuervorteil aber nicht automatisch bei Kassen und Kunden ankommt, sondern als „Vorteil24“ unter den Protagonisten verteilt werden kann, haben die Winterfelds einige Vorkehrungen getroffen. Dreh- und Angelpunkt im Konstrukt ist ein ebenfalls niederländisches Unternehmen namens Sequalog, das sich sowohl um die Organisation und den Transport der Ware, als auch um die Abwicklung des Verkaufs kümmert.
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#6... 's schon raffiniert.
... eins muss man bei aller Empörung ja sagen: das Konstrukt der beiden "Kollegen" jeden irgendwie außen vor zu lassen, der ansonsten an einem verdient und gekonnt alles so zu verteilen, dass am Ende (mehr?) übrig bleibt als sonst, ist eine Denkleistung. ... dennoch, empfinde ich es als nicht standesgemäß, auf diesem Weg zu handeln. Es erscheint mir auch, dass hier ein gefährliches Tor geöffnet wird, dass auch DocMorris nutzen könnte... irgendwie ist es vom Vorteil24-Projekt für mich nur ein ganz kleiner Schritt zu Franchice-Apotheken....
#5Neue Anlockstrategien
Wann gibt es die ersten Bordell-Gutscheine oder Escort Service Vouchers ? Lange kann es nicht mehr dauern. Offensichtlich schaut der Fiscus gerne weg, wenn man sich vielleicht zu weit hinauslehnt......Das ganze ist nichts anderes als Steuerkürzung.
#4Vorteil24 und Phönix
Wenn man die Provisionen betrachtet, die der teilnehmenden Apotheke gezahlt werden, wird schnell klar, dass hier noch erhebliche Rabatte von Phönix eingeräumt werden müssen. Das sollte auf jeden Thema sein, wenn der Aussendienst demnächst vor der Tür steht und uns vorjammert wie schlimm es um den GH steht und deshalb unsere Konditionen gekürzt werden müssen!!
#3Nicht verallgemeinern bitte
Bitte schließen Sie nicht von einer kleinen Gruppe auf alle Apotheker. Von 20000 Apotheken machen 19960 bei diesem Vorteil Spuk nicht mit. Es reicht, wenn die Wirtschaftspresse einzelne Mitbewerber immer wieder hoch stilisiert, wir sollten das nicht auf unsere Schulter annehmen. Das muss allein Linda/MVDA/Phoenix.
#2Genau !!!
Widerliche Tricksereien für ein paar Kröten. Und die ganze Sippe ist darin verwickelt: MVDA, LINDA, PHOENIX, TRANSMED. Wenn man sich nur ein bisschen für seine Kunden ins Zeug legt und damit deren Vertrauen erwirbt, kann man diesen kleinen Vorteil schnell wettmachen und hat nicht noch nebenbei den ganzen Berufsstand in ein schiefes Licht gerückt.
#1Für ein paar Euro mehr
Was für ein Berufsstand! PFUI!!!