Wurmerkrankung

Bilharziose: Merck spendet 500 Millionen Tabletten dpa, 19.10.2016 17:21 Uhr

Abidjan - Im Wasser planschen kann für Kinder in vielen Teilen Afrikas schlimmstenfalls tödlich enden: In stehenden Gewässern lauert oft die tückische Wurmerkrankung Bilharziose. Über den Kontakt mit verunreinigtem Wasser infizieren winzige Würmer in Afrika jedes Jahr mehr als 200 Millionen Menschen, vor allem Kinder. An der Krankheit sterben jährlich Zehntausende Menschen. „Bilharziose ist wahrscheinlich der größte Killer, von dem Sie noch nie gehört haben“, erklärt das globale Bündnis zur Bekämpfung der Krankheit (GSA).

In einer Schule bei Abidjan, der Hauptstadt der Elfenbeinküste, bekamen nun deshalb rund 2000 Kinder im Alter von sechs bis vierzehn Jahren präventiv das Bilharziose-Medikament Praziquantel. Mit solchen Aktionen zu flächendeckender präventiver Behandlung und parallelen Aufklärungskampagnen will die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Bilharziose zurückdrängen. „Die Krankheit betrifft vor allem arme Menschen in den Tropen, die nur unzureichend Zugang zu sauberem Wasser haben“, erklärt WHO-Experte Amadou Garba.

Im frühen Stadium führt Bilharziose oft zu Bauchweh, Durchfall und Blut in Stuhl oder Urin. Ohne Behandlung entwickelt sie sich zu einer chronischen Krankheit, die zu schweren Organschäden führen kann, etwa zu Nierenversagen. „Weil es keine akut dramatische Krankheit ist, glauben die Menschen, es wäre nicht so gefährlich“, sagt Garba. „Bilharziose ist ein schleichender Killer.“ Die WHO zählt Bilharziose zu den vernachlässigten Tropenkrankheiten.

Die parasitäre Krankheit wird beim Kontakt mit verunreinigtem Wasser oder stehenden Gewässern übertragen – etwa beim Baden, Fischen oder Wäschewaschen. Die Larven der Saugwürmer bohren sich in die menschliche Haut, dringen in Blutgefäße ein und befallen dann nach und nach auch Organe. Laut WHO wurden 2014 weltweit rund 62 Millionen Menschen wegen Bilharziose behandelt – aber rund 150 Millionen Infizierte gingen leer aus.

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