Genossenschaftsbank

Apobank: Halbe Milliarde in Spanien Patrick Hollstein, 15.06.2012 18:43 Uhr

Düsseldorf - Es war eine heikle Mission für Herbert Pfennig, Chef der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (Apobank): Bei der Vertreterversammlung in Düsseldorf musste er erklären, welche Risiken nach dem Wechsel von Finanz- zu Europakrise noch in den Büchern der Genossenschaftsbank schlummern. Gleichzeitig musste er die 170 Delegierten darauf einstimmen, dass die Mitglieder Geld nachschießen müssen. Weil Pfennig so glaubwürdig ist wie lange niemand mehr bei der Apobank, gelang ihm das Manöver.

Nach wie vor sind die Probleme der Apobank in den angeschlagenen EU-Mitgliedstaaten nicht ausgestanden: Allein in Griechenland musste die Bank im vergangenen Jahr bereits 75 Millionen Euro abschreiben, 2012 noch einmal knapp zehn Millionen Euro. Damit seien jetzt aber alle Abschreibungen aus den Büchern, sagte Pfennig. Für Ungarn weist die Apobank noch 15 Millionen Euro Risikovorsorge aus – auch hier gibt es, zumindest bis 2014, keine Stolperfallen mehr.

Aber Spanien. Dort belaufen sich die Forderungen der Apobank gegen die Finanzinstitute auf 180 Millionen Euro. Pfennig hofft, dass bei der Bewältigung die Notkredite der EU helfen. Dazu kommen allerdings noch strukturierte Wertpapiere in Höhe von 330 Millionen Euro. Für „unerwartete, zusätzliche Belastungen“ aus diesen Produkten muss laut Pfennig im Notfall die Garantie in Anspruch genommen werden, die der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) vor zwei Jahren für Deutschlands größte Genossenschaftsbank abgegeben hatte.

Dass der schlimmste Fall eintritt, glaubt Pfennig aber nicht: „Derzeit sieht es nicht danach aus, denn verglichen mit etwa den Verbriefungsstrukturen in den USA weisen die spanischen Wertpapiere noch eine bessere Prognose auf“, so der Apobank-Chef. Trotzdem sorgte die Nachricht für ein Raunen im Saal. Wie viel die Apobank noch an direkten Risiken in Italien und an indirekten Risiken, etwa aus Verbriefungen, in den Büchern hat, wurde nicht verraten.  Aufsichtsratschef Hermann S. Keller sagte: „Die Lage bleibt sehr herausfordernd und verlangt ein Höchstmaß an Aufmerksamkeit.“

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Ältere Kommentare lesen 4 Kommentare
  • 19.Juni 2012, 13:00Uhr
    Community Mitglied

    #4

    Dieser Kommentar wurde entfernt.

  • 16.Juni 2012, 20:16Uhr
    Community Mitglied

    #3an 1, die Apo Bank

    ist eine ganz normale Bank wie alle anderen, nicht besser und nicht schlechter. Die schmücken sich nur mit den Federn der Apotheker und Ärzte, weil sich das halt gut anhört. Übrigens habe ich persönlich bei der Apo Bank sogenannte " Berater " erlebt, die man im privatem Bereich als " Flachzangen " oder " Handlampen" bezeichnen würde. Also die Finger weg, der Name schützt nicht vor Dilettantismus !!!!! kollegiale Grüße

  • 16.Juni 2012, 14:28Uhr
    Community Mitglied

    #2Kapitalaufstockung

    Dann sollte die Bank praktizieren, was Sie schon einmal gemacht hat: Die Dividendenzahlung mit einem Bonus als Kapitalaufstockung wiederverwenden.

  • 16.Juni 2012, 11:14Uhr
    Community Mitglied

    #1immer mit dabei

    bei den risikoreichen Anlagen, wie Commerzbank und so weiter. Wie seriös ist die Apo Bank?

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