Amazon Prime Now

Datenschützer prüfen Bienen-Projekt Alexander Müller, 19.05.2017 15:06 Uhr

Berlin - Der Kunde bestellt bei Amazon, die Bienen-Apotheke packt die Päckchen und der Kurierdienst liefert aus – die Rollen sind bei „Prime Now“ klar verteilt. Aber gilt das auch für den Datenschutz? Das Bayerische Landesamt für Datenschutz (BayLDA) geht der sehr ernst vorgetragenen Beschwerde eines Münchener Apothekers nach. Der hat auch die Wettbewerbszentrale auf die mutmaßlich kritische Konstellation aufmerksam gemacht.

Die Datenschutzbehörde in Bayern setzt sich aktuell mit dem Konstrukt auseinander. Da dies noch sehr neu ist, hat sich das BayLDA noch keine abschließende Meinung gebildet. Man werde sich aber damit befassen, heißt es aus Ansbach. Zu klären ist, wer datenschutzrechtlich die verantwortliche Stelle ist: Michael Grintz als Inhaber der Bienen-Apotheke oder Amazon oder beide. Für den Versandkonzern wären die Behörden in Luxemburg zuständig, Grintz müsste sich in Bayern verantworten.

Grundsätzlich fallen Arzneimittelbestellungen unter die Gesundheitsdaten, und die sind datenschutzrechtlich mit besonderer Sorgfalt und Zurückhaltung zu behandeln. Es gelten die Grundsätze der Datensparsamkeit und der Datenklarheit. Das heißt, es dürfen nur so viele Daten wie für die Abwicklung notwendig erhoben werden. Der Betroffene muss eindeutig informiert werden, wer seine Daten für welche Zwecke erhält und wofür er diese nutzt.

Grintz' Kollege aus München kritisiert, dass die Kunden bei Amazon Prime Now keinerlei Einwilligung erteilen, dass der Versandkonzern ihre Daten speichern darf. Im Gegensatz zu einer „normalen“ Versandapotheke habe die Bienen-Apotheke keine alleinige Hoheit über die Daten. Insbesondere habe Grintz keine Möglichkeit, die Bestellprozesse bei Amazon zu hinterfragen und die korrekte Datenverwendung zu kontrollieren.

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