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Pharmakonzerne

Millionenstrafe für Glaxo

dpa, 27. Oktober 2010, 09:21 Uhr

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Washington/London -

Schwere Mängel in einer inzwischen geschlossenen Fabrik kommen GlaxoSmithKline (GSK) teuer zu stehen. Der britische Pharmakonzern muss in den Vereinigten Staaten 750 Millionen US-Dollar (rund 540 Millionen Euro) zahlen, weil er über Jahre hinweg verunreinigte oder mit falschen Inhaltsstoffen versehene Medikamente verkauft hatte, darunter eine Salbe für Babys.

GSK räumte am Dienstag ein, das die Produktion im Werk Cidra in Puerto Rico mangelhaft war. Mit dem US-Justizministerium einigte sich das Unternehmen nach langen Ermittlungen auf einen Vergleich. Auch das umstrittene Antidiabetikum Avandia (Rosiglitazon), das in Deutschland ab November nicht mehr vertrieben werden darf, wurde in Cidra hergestellt.

Staatsanwalt Tony West listete eine ganze Reihe von Verfehlungen auf: Mal wurden die Medikamente während der Produktion verunreinigt, mal wurden sie durcheinandergebracht und in falschen Flaschen abgefüllt, mal stimmten die Inhaltsstoffe nicht. Im vergangenen Jahr machte GSK die Fabrik schließlich dicht - offiziell, weil die dort hergestellten Medikamente nicht mehr gefragt waren.

Eine zwischenzeitlich geschasste Qualitätsmanagerin hatte den Konzern nach Angaben ihrer Anwälte schon 2002 auf die Probleme hingewiesen, war demnach aber auf taube Ohren im Management gestoßen und hatte sich deshalb 2004 schließlich an die US-Behörden gewandt. Das rechnete sich jetzt: Als Informantin steht ihr nach amerikanischem Recht eine saftige Belohnung zu.

Die Frau kassiert alleine von der Regierung in Washington 96 Millionen Dollar - laut New York Times die höchste Summe, die ein so genannter „Whistleblower“ jemals einstreichen konnte. Hinzu kommen weitere Millionen aus den Bundesstaaten. Cidra war nach Angaben der Anwälte zum Zeitpunkt der Schlampereien das größte Werk von GSK mit mehr als 20 Medikamenten.

GSK hatte bereits für die Millionenstrafe vorgesorgt und zur Jahresmitte ausreichend Geld beiseite gelegt. Der Vergleich werde sich deshalb nicht weiter auf das Ergebnis auswirken, ließ das Unternehmen wissen.

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