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Kosmetikkonzerne

L'Oréal-Milliardärin kämpft weiter

APOTHEKE ADHOC, 28. April 2011, 16:31 Uhr

  • Starke Eigentümer: Großaktionärin Liliane Bettencourt will bei L'Oréal an Bord bleiben.Foto: Svetlana Miljkovic
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Berlin -

Liliane Bettencourt hat es schwer. Die 87-jährige Milliardärin gilt als reichste Frau Frankreichs, doch ihr Lebenswerk ist in Gefahr. Gleich mehrere Interessenten hatten es in der jüngsten Vergangenheit auf ihr rund 31-prozentiges Aktienpaket am weltgrößten Kosmetikkonzern L'Oréal abgesehen - darunter die eigene Tochter, die ihre Mutter gerichtlich entmündigen lassen wollte, und der Schweizer Lebensmittelkonzern Nestlé, der seinen Anteil von derzeit 30 Prozent ausbauen will. Doch an ein Aufgeben denkt Bettencourt nicht.

Wie die französische Tageszeitung „Le Figaro“ berichtet, will sich die Tochter von Firmengründer Eugène Schueller auf keinen Fall von ihren Anteilen trennen. Im Gegenteil: Bei der kommenden Hauptversammlung wolle sie sogar für eine weitere Amtszeit im Aufsichtsrat kandidieren. Der Konzern brauche eine starke Struktur, um seine Unabhängigkeit bewahren, zitiert das Blatt die Milliardärin. Dies sei nur mit ihr als Mitglied im Kontrollgremium möglich.

Ohne Bettencourt geht bei L'Oréal nichts: Als die Familie aus Angst vor einer Verstaatlichung des Konzerns in den 1970er-Jahren den schweizerischen Lebensmittelriesen ins Boot holte, vereinbarten die beiden Großaktionäre ein Stillhalte-Abkommen, das regelmäßig erneuert wird. Mindestens bis 2014 darf Nestlé ohne Bettencourts Zustimmung keine Aktien zukaufen.

Laut Bettencourt erklärte sich so der Angriff ihrer Tochter: Als Françoise Bettencourt-Meyers im vergangenen Juli vor Gericht beantragte, ihre Mutter unter Vormundschaft zu stellen, schoss die Seniorin zurück: Ziel ihrer Tochter sei es, sie als Hauptaktionärin zu ersetzen und die Aktien des Unternehmens zu verkaufen. Da die Tochter keinerlei Leidenschaft für den Konzern entwickelt habe, müsse sie selbst L'Oréal weiterhin beschützen, erklärte Bettencourt damals. Immerhin: Im Dezember einigten sich Mutter und Tochter überraschend nach dreijährigem Rechtsstreit. Über den Inhalt der Übereinkunft ist nichts bekannt.

Der weltgrößte Kosmetikkonzern, der unter anderem die Apotheken-Marken Vichy, La Roche-Posay, innéov, Sanoflore, Skinceuticals und The Body Shop vertreibt, hält seinerseits Anteile an Sanofi-Aventis.

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