Der Wahn des Großkunden
Es ist das Mantra des Großkunden: Die Krankenkassen wollen ihren alten Apothekenabschlag von 2,30 Euro zurück. Mit dieser Maximalforderung geht der GKV-Spitzenverband in jede politische Debatte. Neu... Mehr
Alexander Müller, 28. Juni 2011, 09:23 Uhr
Für Linda-Apotheken lohnt sich das Pick-up-Konzept „Vorteil24“ vor allem bei teuren Medikamenten. Denn ihre Provision ist an den Preis gekoppelt. Um auch auf Seiten der Kunden die Anreize zu erhöhen, wird das Bonussystem jetzt umgestellt: Die Patienten bekommen künftig ebenfalls prozentuale Rabatte; nur für Privatversicherte lohnt sich die Umstellung nicht. Alle rund 80 teilnehmenden Apotheken müssen einen neuen Vertrag unterschreiben.
Kassenpatienten erhalten demnach künftig pauschal 3 Prozent Rabatt auf verschreibungspflichtige Arzneimittel statt wie bislang eine anteilige oder komplette Erstattung ihrer Zuzahlung. Der neue Preisnachlass ist bei 15 Euro gedeckelt, 2,50 Euro gibt es aber auf jeden Fall. Der Bonus wird sofort von der Rechnung abgezogen. Übersteigt er den Eigenanteil, gibt es zusätzlich einen OTC-Gutschein von der Linda-Apotheke. Auch befreite Patienten erhalten den Bonus als Gutschein. Damit ist das Modell für die Kassenpatienten attraktiver, denn bislang betrug der Nachlass maximal 10 Euro.
Für Privatversicherte lohnt sich die Umstellung dagegen nicht: Ihr Rabatt betrug bislang 10 Prozent, künftig ebenfalls 3 Prozent. Der Bonus wird immer nur als OTC-Gutschein ausgegeben. Außerdem müssen die Linda-Apotheker laut Vertrag immer darauf hinweisen, dass der Kunde den gewährten Vorteil gegenüber seiner Versicherung oder Beihilfestelle anzeigen muss.
Offenbar wollen die „Vorteil24“-Macher damit der Kritik entgegenwirken, dass Patienten ihre Versicherung hintergehen, wenn sie bei der Kostenerstattung den Bonus verschweigen. Laut dem Verband der Privaten Krankenversicherer (PKV) ist die Lage eindeutig: „Wer eine Leistung günstiger erhält, muss dies angeben. Alles andere ist Betrug“, sagt ein Sprecher. Der Dachverband hat allerdings keine Informationen darüber, ob einzelne Versicherer in diesem Zusammenhang mit „Vorteil24“ zu tun hatten.
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apotheke adhoc Debatte 2 Kommentare
Mitdiskutierenwer bei bestimmten GH´s kauft.....
....braucht sich nicht zu wundern wenn er bald nicht mehr da ist.
Cross Border lässt grüßen
Das Geschäftsmodell von Vorteil 24 erinnert stark an die Cross Border Leasinggeschäfte deutscher Kommunen. Dabei wurden zu Lasten des amerikanischen Steuerzahlers relativ geringe Beträge an die Kommunen gezahhlt, die dafür Eigentumsrechte an ihrer Infrastruktur übertrugen und ihre eigenen Straßenbahnen oder Wassernetze etc. zurückleasten.
Im Zuge der Finanzkrise verloren die Kommunen mitunter Millionen Euro durch diese Geschäfte.
Bei Vorteil 24 ist es ähnlich. Unsere Gemeinschaft verliert zu Gunsten der Niederlande Umsatzsteuer, die beteiligten Apotheken verlieren langfristig ihre Kundschaft und ihr Geschäftsmodell, alle Apotheken verlieren an Glaubwürdigkeit (wieso klagen die so über ANMOG etc. , einige Apotheken können doch Super Rabatte auf RX geben!) und kassieren werden wieder die Systemanbieter. Bin gespannt, wer hier mit einigen Milliönchen mehr auf dem Konto den Abgang machen wird.