Der Wahn des Großkunden
Es ist das Mantra des Großkunden: Die Krankenkassen wollen ihren alten Apothekenabschlag von 2,30 Euro zurück. Mit dieser Maximalforderung geht der GKV-Spitzenverband in jede politische Debatte. Neu... Mehr
Patrick Hollstein, 16. Juni 2011, 14:08 Uhr
Wenn es um neue Geschäftsmodelle und Vertragsangelegenheiten geht, ist Linda eine der Apothekenkooperationen mit der höchsten Taktzahl. Ab sofort kooperiert die MVDA-Tochter mit dem Pharmakonzern Pfizer. Im Rahmen eines Raucherentwöhnungsprogramms sollen die Apothekenmitarbeiter ihre Kunden an die Einnahme von Champix (Vareniclin) erinnern. Dafür gibt es Geld - und Erfahrungen, die Linda künftig auch für andere Indikationsbereiche und Kunden nutzen will.
Aktuell werden die Mitglieder über die Zusammenarbeit informiert; bis Ende Juli sollen alle Apotheken, die mitmachen wollen, geschult und mit Infomaterial versorgt werden. Im Linda-Magazin wird die Aktion bereits beworben, weitere PR-Maßnahmen sollen folgen. Produktwerbung wird dabei laut Linda explizit nicht gemacht.
Raucher, die mit der Hilfe von Champix von ihrer Sucht loskommen wollen und das Produkt vom Arzt verschrieben bekommen, werden während der zwölfwöchigen Therapie bis zu vier Mal von Mitarbeitern ihrer Linda-Apotheke angerufen. Dabei wird abgefragt, ob das Medikament entsprechend eingenommen wurde, und an das Abholen und Einlösen des Folgerezeptes erinnert. So sollen die angehenden Nichtraucher motiviert und Abbrüche der Therapie - sofern kein medizinischer Grund vorliegt - verhindert werden.
Die Apotheken bekommen von Linda eine gestaffelte, erfolgsorientierte Vergütung; bis zu 50 Euro können pro Champix-Nutzer abgerechnet werden. Außerdem wird das Primary-Care-Sortiment von Pfizer mit exklusiven Preisvorteilen in das Linda-Bestellsystem aufgenommen.
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apotheke adhoc Debatte 1 Kommentar
Mitdiskutieren8 Wochen Champix
das mit dem Rauchen aufhören hat geklappt, aber die Depressionen als Nebenwirkung bis hin zu Suizidgedanken waren schon heftig.
Vielleicht sollte das Partnerprogramm ausgeweitet werden und der Apotheke einen Blick auf das seelische Gleichgewicht des Patienten werfen.