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Reimport/Verblisterung

Kohl lobbyiert in Brüssel

Patrick Hollstein, 14. Oktober 2009, 09:57 Uhr

  • Starke Stimme: Edwin Kohl lobbyiert in Brüssel.
Berlin -

Der saarländische Unternehmer Edwin Kohl vertritt seine Interessen künftig auch in Brüssel. Gemeinsam mit anderen Reimporteuren - Axicorp, CC Pharma und MPA/Emra - hat Kohl eine Interessenvertretung mit dem Namen „Costeff - Alliance for cost-efficiency in healthcare“ ins Leben gerufen. Gestern fand die Präsentationsveranstaltung statt.

Die im Juli gegründete Initiative mit Büros in Berlin und Brüssel hat sich zum Ziel gesetzt, für Kosteneffizienz und Innovation in der europäischen Gesundheitsversorgung zu werben. Etwas konkreter und übersetzt in die unternehmerischen Interessen der Mitglieder heißt das: bezahlbare patentierte Arzneimittel (Parallelimporte), Biosimilars & Generika, „Ambient assisted living“ (Homecare/industrielle Verblisterung).

Aus seinen Anliegen macht Kohl kein Geheimnis: Um die Anliegen der Mitgliedsfirmen zu platzieren, soll Costeff bei der EU-Kommission, dem Ministerrat, dem EU-Parlament und anderen Entscheidungsträgern in Brüssel und Straßburg lobbyieren. Der Aktionsradius von Costeff ist weit gesteckt und reicht von der Durchführung von Symposien bis zur Einflussnahme bei Gesetzesänderungen - etwa für die Einführung der Wochenblister.

In Brüssel waren rund 80 Branchenvertreter und Abgeordnete der Einladung von Verbandschef Kohl gefolgt; knapp eine Stunde lang wurde die Initiative vorgestellt. Als Gastredner lobte der saarländische EU-Abgeordnete Jo Leinen (SPD) die Initiative; Jerome Bôehm von der EU-Kommission sprach über die Herausforderungen der Gesundheitssysteme, hielt sich aber hinsichtlich Costeff bedeckt.

Der Verband setzt sich für den freien Warenverkehr, fairen Wettbewerb im Gesundheitswesen und einen einheitlichen EU-Gesetzesrahmen ein. Kosteneffizienz sollte über reine Sparmaßnahmen hinaus gesehen werden und Innovationen fördern, schließlich seien dies zwei Seiten derselben Medaille, so Kohl. Parallelhändler, Hersteller und Logistiker, aber auch Gesundheitsbehörden, Patienten-, Ärzte-, Klinik- und Apothekerverbände sind eingeladen, dem Verband beizutreten.

Bislang sind die bestehenden Mitglieder im Verband gleich mehrfach vertreten: als Unternehmen direkt und über den - im Prinzip identisch zusammengesetzten - Verband der Arzneimittelimporteure Deutschlands. Kohl hat sogar sämtliche Tochterunternehmen - 7x4, Assist, Avie, kohlpharma und MTK - in den Verband eingebracht.

Video-Interview mit Edwin Kohl: http://www.apotheke-adhoc.de/Nachrichten/Videos/?v=6w6uMPiwVcg

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