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Gesundheitsreform

Importeure kämpfen um ihre Quote

Alexander Müller, 09. März 2010, 11:15 Uhr

  • Einsparungen nicht opfern: Die Parallelimporteure sind verwundert über die Pläne der Bundesregierung, die Importquote abzuschaffen.
Berlin -

Die Parallelimporteure sind einigermaßen entsetzt: Bundesgesundheitsminister Dr. Philipp Rösler (FDP) will offenbar die Importquote für Apotheken abschaffen. Die Unternehmen wurden von der geplanten Maßnahme überrascht und wollen Rösler jetzt mit aktuellen Zahlen überzeugen, dass die Quote für die angestrebten Einsparungen im Arzneimittelsektor unverzichtbar ist. Ob sie damit Erfolg haben, wird sich in den kommenden Tagen zeigen, wenn Rösler sein Konzept bekannt gibt.

Der Bundesverband der Arzneimittelimporteure (BAI) hat ausgerechnet, dass die Kassen mit importierten Arzneimitteln im Jahr 2008 mehr als 250 Millionen Euro eingespart haben. 2009 seien es schon mehr als 300 Millionen Euro gewesen, sagte der Verbandsvorsitzende Andreas Mohringer gegenüber APOTHKE ADHOC. „Überlegungen, darauf zu verzichten, sind absolut irrational“, sagte Mohringer. „Es wäre zudem taktisch extrem unklug, wenn die Politik auf das einzige Wettbewerbsinstrument im patentgeschützten Bereich verzichten würde“, sagte Mohringer, der auch Geschäftsführer von Eurimpharm ist.

Auch beim Marktführer Kohlpharma kann man die Überlegungen im BMG nicht verstehen: „Die Importquote ist nicht irgendein Versprechen der Industrie, sondern ein Instrument, das seit Jahrzehnten hohe Einsparungen bringt“, sagte ein Sprecher gegenüber APOTHEKE ADHOC. Zusätzlich würden die Importe in der Frage der Preisfestsetzung Druck auf die Pharmaindustrie ausüben, so der Sprecher.

Es sei daher zu vermuten, dass die Abschaffung der Quote eine Gegenleistung an die forschenden Pharmahersteller sei, damit diese in Preisverhandlungen eintreten. „Der VFA hat diese Forderung in seinem Positionspapier, da lässt sich zumindest eine Verbindung herstellen“, sagte der Sprecher. Doch noch haben die Unternehmen nicht aufgesteckt: „Die Situation ist mit Sicherheit bedrohlich für den Importhandel, aber noch ist nichts entschieden“, so der Kohlpharma-Sprecher.

Auch Mohringer mahnte, dass die Parallelimporteure mittlerweile eine etablierte Industrie und klassischer deutscher Mittelstand seien. Der Marktanteil der Importeure liege hierzulande aktuell bei 13 Prozent, so der BAI-Vorsitzende.

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