Der Wahn des Großkunden
Es ist das Mantra des Großkunden: Die Krankenkassen wollen ihren alten Apothekenabschlag von 2,30 Euro zurück. Mit dieser Maximalforderung geht der GKV-Spitzenverband in jede politische Debatte. Neu... Mehr
Yvette Meißner, 04. Februar 2011, 10:50 Uhr
Die Generikahersteller stehen in den Startlöchern: Irgendwann gegen Ende des Jahres läuft das Patent des Pharmakonzerns Novartis für Diovan (Valsartan) ab. Mehr als 15 Firmen halten bereits Zulassungen für Valsartan-Generika in den Händen. Neben dem Monopräparat vermarktet Novartis außerdem die Kombinationen mit Hydrochlorothiazid (CoDiovan) und mit Amlodipin (Exforge) beziehungsweise die Dreierkombination Exforge HCT.
Während in einigen europäischen Ländern das Patent bereits im Februar abläuft, sollte der Schutz in Deutschland ursprünglich im Mai enden. Allerdings hatte Novartis zusätzliche Studien durchgeführt und offenbar noch einmal Zeit gewonnen. Der Konzern will keine konkreten Aussagen zum genauen Zeitpunkt machen; frühestens Ende des Jahres sei mit dem Ablauf zu rechnen.
Nicht nur die Novartis-Töchter 1A, Hexal und Sandoz haben bereits Zulassungen für Valsartan-Generika erhalten. Auch Ratiopharm/Teva/CT/AbZ sowie Stada/Aliud wollen mit eigenen Präparaten in den Handel. Zulassungen haben zudem Actavis, Mibe (Dermapharm), TAD (Krka) und Winthrop (Sanofi-Aventis).
Darüber, wie weit die Vorbereitungen für die Markteinführung schon fortgeschritten sind, will sich in der Branche niemand äußern. Verschwiegenheit herrscht sowohl beim Originalhersteller als auch bei den Generikafirmen. „Bezüglich des Patentablaufs können wir zum jetzigen Zeitpunkt nur die Aussage treffen, dass das Patent auf Valsartan 2011 in den wichtigsten EU-Ländern ausläuft und mit wachsender Konkurrenz durch Generika zu rechnen ist“, heißt es bei Novartis.
Die Generikafirmen dagegen sagen nichts, weil ihnen sonst Unterlassungserklärungen drohen: „Wir werden unser Präparat am Tag eins nach Patentablauf einführen“, so ein Sprecher eines Herstellers. Davor werde man sich aber nicht öffentlich äußern, da dies sonst als Pre-Marketing ausgelegt werden könnte.
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