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Drogeriekette

dm wettert gegen Schlecker und Apotheker

APOTHEKE ADHOC, 23. November 2009, 10:47 Uhr

  • Kein Grund zur Aufregung? dm will keine Apotheke sein, aber Abholpunkt bleiben.Foto: Elke Hinkelbein
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Berlin -

Falsches Geschäftsmodell bei der Konkurrenz, Lobbyismus bei den Apothekern - Erich Harsch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Drogeriekette dm, teilte am Wochenende in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung kräftig aus. Vor allem das geplante Pick up-Verbot der neuen Regierung scheint den dm-Chef zu beunruhigen. Aufgeben will er das Konzept aber nicht.

Es sei erstaunlich, dass „gerade Menschen mit einer liberalen Grundhaltung hier eine einzelne Branche vor Wettbewerb beschützen“, sagte Harsch mit Blick auf die im Koalitionsvertrag angekündigten Neuregelungen zu Abholstellen für Arzneimittel. „Da ist ein Lobbyismus aktiv, der sich entlarven wird.“

Die Aufregung seitens der Apotheker kann der dm-Chef nicht verstehen: Pro Filiale seien es „höchstens ein paar Päckchen pro Tag, die wir herausgeben“. Harsch: „Die Entwicklung ist nicht so, dass der Apotheker nebenan Angst haben muss.“ Für dm sei Pick up ohnehin kein Geschäft zur Gewinnmaximierung; auch wenn man natürlich Verträge mit Gegenwert gemacht habe. Vielmehr sei das Gesundheitsangebot für die Drogeriekette wichtig: „Wir wollten nie Apotheke sein.“

Doch auch gegenüber Konkurrent Schlecker - mit einem Umsatz von zuletzt 7,42 Milliarden Euro Marktführer vor dm (5,2 Milliarden Euro) - ist der dm-Chef nicht zimperlich: Schlecker habe immer nur Kostenmanagement betrieben: „Wenn man immer nur spart und auf die Effizienz schaut, wird man irgendwann ineffizient, weil man nicht mehr modern ist“, so Harsch. „Und irgendwann kann man auch nicht mehr sparen. Die Schlecker-Läden sind so klein, so voll mit Waren, haben so wenig Personal - weniger geht nicht.“

Den 2-Milliarden-Euro-Vorsprung des Mitbewerbers führt Harsch auf das Randsortiment zurück: Schlecker habe sehr viele kleine Filialen an Standorten, wo keine andere Geschäfte seien, und dort „eine Art Tante-Emma-Funktion“ übernommen. Dort würden viel mehr Lebensmittel bis hin zu Alkohol und Zigaretten verkauft, die einen erheblichen Umsatzanteil ausmachten. „Im drogistischen Bereich haben wir tatsächlich einen fast doppelt so hohen Marktanteil wie Schlecker mit unseren 1100 Filialen versus die 10.000, die Schlecker hat.“

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