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Kosmetik-Franchise

Dermotheke und/oder Apotheke

Janina Rauers, 16. November 2011, 10:46 Uhr

Berlin -

Wer Kosmetikbehandlungen in der Apotheke anbietet, betritt unsicheren Boden: Über die Anwendungen innerhalb der Betriebsräume wird noch vor Gericht gestritten. Deshalb setzt ein neues Franchise-Konzept auf eine klare Trennung: Apotheker können eine sogenannte Dermotheke eröffnen, dort Behandlungen mit Naturkosmetik durchführen und gleichzeitig bestimmte Produkte von Vertragspartnern verkaufen. Alternativ können sich PTA mit eigenen Kosmetikgeschäften selbstständig machen.

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Die Idee für die Dermotheke stammt von Daniela Lehmann, selbst PTA und Kosmetikerin. Im Januar 2010 hatte Lehmann in ihrem Heimatort Bruchsal ihr eigenes Kosmetikstudio samt Fachgeschäft eröffnet. „Die Dermotheke ist eine Verknüpfung von Pharmazie und Kosmetik“, argumentiert die Unternehmerin.

Welche Behandlungen in der Dermotheke angeboten werden, bleibt den Franchisenehmern überlassen. Ab Januar soll es spezielle Schulungen für PTA geben; geplant sind unter anderem ein Make up-Grundkurs (750 Euro), eine 20-tägige Weiterbildung zur Dermo-Kosmetikerin (4500 Euro) und ein Kurs für „Dermotheken Store Manager“ (950 Euro). Wer sich als Apotheker nur für ein Shop-in-Shop-System mit den Produkten entscheidet, muss wegen der unsicheren Rechtslage auf Behandlungen verzichten.

Für den Verkauf stehen den Franchisenehmern 20 Marken zur Auswahl, darunter Weleda, Biomaris, Nuxe und Michael Droste-Laux. Als einziger Hersteller knüpft L'Occitane die Belieferung an Depotverträge, das Unternehmen behält sich zudem vor, den jeweiligen Standort selbst zu autorisieren. Andere Hersteller sind mit dem Franchisekonzept gar nicht einverstanden: Die Zusammenarbeit mit Dr.Hauschka etwa läuft zum Jahresende aus.

Die Franchisenehmer werden angehalten, die jeweiligen Sortimente möglichst breit anzubieten. Weil nur wenige Packungen pro Produkt vorrätig sein müssen, wirbt Lehmann mit überschaubaren Kosten. Bestellt wird einmal wöchentlich über die Zentrale in Bruchsal. Welche Firmen in den Regalen der jeweiligen Dermotheke landen, legt die Gründerin zusammen mit den Inhabern der Geschäfte fest. Analysiert wird, welche Kosmetikprodukte im direkten Umfeld erhältlich sind und wie die Kundenstruktur voraussichtlich aussehen wird.

Aktuell gibt es vier Filialen; zwei betreibt Lehmann selbst, zwei Geschäfte gehören Berufskolleginnen der Gründerin. In Kürze soll in Bad Oldesloe bei Lübeck die erste Apotheke Franchisenehmer werden. Eine Kannibalisierung kann Lehmann nicht erkennen – schließlich gehören apothekenexklusive Marken nicht zum Konzept: „Einige Apotheken ohne Kosmetikschwerpunkt empfehlen die Dermotheke, gleichzeitig verweisen wir an Pharmazeuten, wenn Kunden beispielsweise ein Cortison-Präparat benötigen.“

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