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Der Lauer-Fischer-Deal

Alexander Müller, 24. Juni 2011, 10:11 Uhr

  • Neue Besitzer: Lauer-Fischer gehört jetzt zur CompuGroup.Foto: Elke Hinkelbein
  • Letzter Baustein: Die CompuGroup hat es mit Lauer-Fischer in den Apothekenmarkt geschafft.Foto: Elke Hinkelbein
Berlin -

Die Übernahme des bislang apothekereigenen Softwareanbieters Lauer-Fischer durch die CompuGroup Medical ist ein markanter Einschnitt in den Markt: Der führende Anbieter von Arztsoftware in Deutschland sichert sich direkten Zugang zu den Apotheken. Für die CompuGroup ist der Deal folgerichtig, über die Beweggründe zum Verkauf auf Seiten des ARZ Haan kann vorerst nur spekuliert werden. Vermutlich war es der Preis.

Das Timing der Bekanntgabe war jedenfalls bezeichnend: Vorgestern am späten Nachmittag erschien die erste kurze Mitteilung, Nachfragen beim Softwarehaus wurden danach eher ausweichend beantwortet. Gestern war weder in der Lauer-Zentrale in Fürth noch in Haan jemand zu erreichen, in Bayern und NRW war Feiertag.

In der Branche wird darüber spekuliert, ob das ARZ den Erlös für die eigene Bilanz benötigte. Weil die Finanzbehörden eine Firmenwertabschreibung auf den 1998 gezahlten Kaufpreis von damals rund 80 Millionen D-Mark als zu hoch einstuften, muss das Unternehmen Steuern nachzahlen. Wie viel das ist, wird sich nach dem Urteil von Anfang des Jahres erst im Abschluss für 2011 zeigen.

Das ARZ dementiert solche Spekulationen entschieden: „Der Verkauf hat nichts mit dem Urteil des Finanzgerichts zu tun. Wir mussten Lauer-Fischer nicht verkaufen“, betonte ein Sprecher gegenüber APOTHEKE ADHOC. Man wolle sich vielmehr auf die Kernkompetenz Rezeptabrechnung konzentrieren, denn der Apothekenmarkt erodiere ohnehin. Allerdings sei auch der Kaufpreis interessant gewesen.

Das ist zurückhaltend ausgedrückt. Nach dem Deal ist das Rechenzentrum etwaigen finanziellen Sorgen fürs Erste enthoben: 52,5 Millionen Euro zahlt der neue Eigentümer für Lauer-Fischer, weitere 20 Millionen winken insgesamt in den kommenden beiden Jahren. Ein besseres Angebot - da ist sich die Branche sicher - hätte das Rechenzentrum nicht mehr erhalten. Verhandelt wurde seit 2007.

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apotheke adhoc Debatte 16 Kommentare

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Community Mitglied 01. Juli 2011, 16:15 Uhr
Mittel zum Zweck

Ich freue mich schon auf Werbung in der Software, die ich ständig wegklicken muss und nicht deaktivieren kann, damit die CompuGROUP noch mehr Gewinn macht.
Ich freue mich auf schlechteren Service, weil die CompuGroup Hotline Mitarbeiter entlässt.
Ganz besonders freue ich mich darauf, Mittel zum Zweck zu sein, damit die CompuGROUP mit der Verknüpfung zwischen Apotheke und Arzt experimentiert, ohne auf die Wünsche und Bedürfnisse der Apotheker und Ärzte einzugehen.
Wer's nicht glaubt, sollte sich in entsprechenden Foren über den Verlauf der Übernahme von Medistar und Turbomed duch die CompuGROUP informieren.

Community Mitglied 30. Juni 2011, 19:50 Uhr
Wo genau..

greift ARZ Haan immer in die Sch...?

Community Mitglied 27. Juni 2011, 09:54 Uhr
Die nächste ARZ Haan-Pleite!!!

Wie lange geht das noch weiter so? Da werden fundamentale Interessen von uns Apothekern aufgegeben - weil das ARZ Haan an anderer Stelle immer wieder in die Sche.... greift. Wo sind die Kontrolleure?

Community Mitglied 25. Juni 2011, 11:03 Uhr
Zu (9)

Seit 2004 bin ich stahl>infopharm>VSA>profiline>Awinta-Anwender. Ich habe aber kein Problem zu sagen, daß LF auch sehr gute Produkte hat. Solch ein Deal wie nun mit dem ARZ und LF hat auf jeden Fall Risiken UND Chancen. Aber fast die gleiche Situation wurde eben von einigen LF Managern damals bei der VSA massiv und unfair schlecht geredet ("System wird nicht weiterentwickelt...alle werden gezwungen auf Prokas umzusteigen...System für Versandapotheken...") mit diesem Fax, noch bevor es Aadhoc gemeldet hatte. Also ich weiß nicht, Pharmatechnik z.B. baggert auch immer mal wieder bei mir, aber nie mit solch miesen Methoden. Es würde mich interessieren, wenn Awinta oder andere nun einen ähnlichen Kriegstanz vorführen würden. Sie können es dann gerne hier posten.

Community Mitglied 25. Juni 2011, 10:23 Uhr
Geldregen zu Gunsten der PTA-Schulen?

Das mit der Konzentration auf die Kernkompetenzen beim ARZ kann man nicht glauben. Vielleicht sollte man sich am Niederrhein und in Westfalen-Lippe als Mit-Mehrheitseigentümer des ARZ mal überlegen, ob man nicht eine kräftige Summe des Erlöses auskehren lässt, um damit die PTA-Schulen auf ein zukunftsfähiges, solides Fundament zu stellen.
Vermutlich aber wohl nicht. Stattdessen wird eine neue Umlage beschlossen. Da können auch alle LF-Anwender richtig zubuttern.

Community Mitglied 25. Juni 2011, 10:19 Uhr
Vita-X Projekt

Was ist eigentlich aus dem Projekt von Vita-X (CompuGroup) zur digitalen Patientenakte und den DocMorris-Apotheken in Köln geworden?

Community Mitglied 25. Juni 2011, 10:16 Uhr
und sonst ...

Die Frage ist, wird es besser oder schlechter. Defizite in der Hotlinebertreuung von Lauer-Fischer sollten schnellstens behoben werden.
Dann die Frage nach dem Standort. Bleibt Fürth erhalten oder wird aufgelöst?
Wie geht's mit der Softwareentwicklung weiter? Auch Winapo64 hat noch argen Verbesserungsbedraf, hier wurde den Oberflächendesigner zu viel Macht gegeben und weniger die Anwender gehört. Interessant sind die Zahlen zum Marktanteil. Lauer-Fischer selbst spricht von über 7tsd Kunden, nun sind es laut Presse ca. 4tsd Apotheken, beziehen die restlichen Kunden nur Toner bei LF?
Die Veröffentlichung am Feiertag ist nicht OK, die LF-Kunden wurden nicht vom Unternehmen informiert. Nur über die Presse, das ist wirklich schlechter Stil.
Mal schauen, wie es mit der LF-Familie weiter geht. Die familiäre Atmosphäre dürfte wohl bald Geschichte sein, dafür kann sich kein Aktionär was kaufen. Schade nur, dass GF von LF und ARZ immer viel Wert auf diese besondere Atmopshäre gelegt haben und nun diese dem großen Geldregen opfern.

Ehemaliges Community-Mitglied 24. Juni 2011, 22:38 Uhr
zu (8)

Ich gebe Ihnen absolut Recht. Der Stil von LF und ARZ war nicht immer vorbildlich. Insbesondere wenn es darum ging die Mitbewerber schlecht zu reden.
Ich bin auch nur ein Anwender, der sich hier für nichts rechtfertigen muss. Ich sehen den Übergang von LF aus Apothekerhand in die "freie Wirtschaft" dennoch durchweg positiv und wenn dann noch Synergien mit Praxissoftware genutzt werden können, ist das doch super.
Das Spiel sämtlicher Softwarehäuser die Konkurrenz als unfähig darzustellen ist nichts neues. Vermutlich stehen nächste Woche bei LF Kunden die Faxe nicht still. Mal sehen, ob der Stil der anderen besser ist.

Community Mitglied 24. Juni 2011, 16:08 Uhr
Soso...

Als vor ca. eineinhalb Jahren die VSA ihre Softwaresparte an Promedisoft hat fließen lassen, hat LF 5 Minuten nach Bekanntgabe jedem Anwender ein Fax gesendet, wie schlecht doch diese Maßnahme für die Individualapotheke sei. Nur wer zu LF wechsele, kann sicher sein, in "Apothekerhänden" zu bleiben. Das war schlechter Stil, und nun macht es das ARZ fast genauso. Auch in diesen Deal kann man Untergangsszenarien hineingeheimsen.

Ehemaliges Community-Mitglied 24. Juni 2011, 12:23 Uhr
zu (6) Wachsam sein ist immer gut!

Alles was neu ist schlecht zu reden und das Ergebnis der Fusion zu kennen, bevor die Schlüssel übergeben sind, ist jedoch keine konstruktive Einstellung.

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