PHARMAWESTEN
Teva / AbZ
APOTHEKE ADHOC Stellenmarkt
Wort & Bild Verlag
ACA Müller
Apothekenketten

Boots denkt global

Patrick Hollstein, 09. Dezember 2009, 12:32 Uhr

  • Aufbruch zum Jubiläum: Alliance Boots will seine Traditionsmarke weltweit in Position bringen.
Berlin -

Der britische Pharmahandelskonzern Alliance Boots will nach Angaben von Firmenchef Stefano Pessina seine Apothekenkette Boots in den kommenden Jahren zu einer globalen Marke machen. Rechtzeitig zum 160-jährigen Firmenjubiläum wurden 1000 der insgesamt rund 2800 britischen Filialen umfirmiert; die ehemaligen Moss-Filialen waren erst vor wenigen Jahren in Alliance Pharmacy umbenannt worden.

In Norwegen wird die Marke „Alliance apotek“ durch Boots abgelöst, und auch in den Niederlanden läuft ein Testversuch: Die ersten Boots-Apotheken wurden in diesem Jahr eröffnet; je nach Akzeptanz könnten die erst vor einigen Jahren von „De Vier Vijzels“ in „Alliance Apotheek“ umbenannten Filialen erneut umfirmieren.

Erst 1999 hatte die britische Drogeriekette Boots die holländischen Verbraucher für ihr Mischkonzept aus Drogerie und Apotheke zu gewinnen versucht - damals allerdings ohne Erfolg: Während der den OTC-Bereich dominierende Drogeriemarkt bereits gesättigt war, machten Pharmagroßhändler und Apotheker dem britischen Eindringling das Leben schwer.

Als es Boots dann per Gerichtsbeschluss zumindest gelang, in die überlebenswichtigen Versorgungsverträge mit den Krankenkassen einzusteigen, erteilten schließlich die Patienten der Kette die endgültige Absage. Im August 2000 gab Boots auf und übertrug seine 17 Filialen an die Drogeriekette Etos. 14 Millionen Pfund hatte Boots der erfolglose Ausflug an die andere Kanalküste gekostet.

Nach der Fusion von Boots mit dem britisch-italienischen Pharmahändler Alliance UniChem und der Übernahme durch Pessina und die Investgruppe KKR plant der Konzern nun den globalen Aufschlag: Boots sollen die Apotheken heißen, Alliance Healthcare die Großhändler, und außerdem sollen die hauseigenen Produkte international vertrieben werden.

Bereits heute ist Alliance Boots in 20 Ländern vertreten: Als Kettenbetreiber ist der Konzern mit 3200 Filialen in Großbritannien, Norwegen, Irland, den Niederlanden, der Schweiz, Italien, Russland, Thailand und China aktiv. In Ägypten gibt es 35 Boots-Geschäfte, die von Franchisenehmern betrieben werden. In Schweden hat der Konzern aber keinen Zuschlag für die staatlichen Apothekencluster erhalten.

Als Großhändler ist Alliance Healthcare mit 370 Niederlassungen in Großbritannien, Spanien, Frankreich, den Niederlanden, Norwegen, Italien, Tschechien, Russland vertreten; dabei ist der Konzern an der Anzag, der schweizerischen Galenica sowie Großhändlern in Portugal, der Türkei und China beteiligt. Außerdem gehört ihm der deutsche Spezialgroßhändler Megapharm. Aus der Übernahme in Brasilien ist vorerst allerdings nichts geworden.

Schließlich ist der Konzern als Lohnhersteller aktiv und vertreibt die eigenen Produktmarken No7, Soltan, Botanics, Almus, Boots und Alvita. Über Lizenznehmer sind die Produkte sogar in den USA, den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie Katar und Bahrain erhältlich.

Lesen Sie auch

Sie müssen sich zuerst anmelden um an der Diskussion teilnehmen zu können

Doccheck Hilfstext

Liebe Leserinnen und Leser,

diese Seite ist DocCheck-geschützt, das heißt, sie enthält Informationen für medizinische Fachkreise. Bitte geben Sie Ihr DocCheck-Passwort ein. Einen Zugang erhalten Sie unter http://www.doccheck.com/de/

Ihr Team von APOTHEKE ADHOC

Anzeige easyApotheke

Newsletter

Newsletter kostenlos abonnieren

Kommentar

Randnotiz : Doping mit Ulle

Mutig, mutig: Der Hersteller Dr. Kurt Wolff lässt sein Anti-Haarausfall-Shampoo Alpecin künftig von Jan Ullrich bewerben. Der Ex-Radprofi hat laut dem Handelsblatt einen Dreijahresvertrag... Mehr

Facebook - Fanblock

Porträt

Bluefish: Schweden liegt in Indien

Mit den Rabattverträgen kommen den Apotheken immer mehr Exoten ins Haus. Einer von ihnen ist der schwedische Generikahersteller Bluefish. Das junge Unternehmen hat eine klare Vision: „Wir wollen für... Mehr

Weiteres