Der Wahn des Großkunden
Es ist das Mantra des Großkunden: Die Krankenkassen wollen ihren alten Apothekenabschlag von 2,30 Euro zurück. Mit dieser Maximalforderung geht der GKV-Spitzenverband in jede politische Debatte. Neu... Mehr
Janina Rauers, 16. März 2011, 10:09 Uhr
Der Phytohersteller Bionorica ist weltweit in mehr als 40 Ländern aktiv, 56 Prozent des Umsatzes von 149 Millionen Euro stammt aus dem Ausland. Dabei stützt sich der Hersteller auf eigene Vertretungen und Tochterunternehmen oder arbeitet auch mit anderen Herstellern zusammen. Während das Neumarkter Familienunternehmen in Osteuropa und Russland längst zu einer festen Größe geworden ist, droht es in einem der wichtigsten Märkte, den USA, zu scheitern.
2008 hatte Bionorica einen zweistelligen Millionenbetrag investiert und sich mit Sinupret bei den führenden Apothekenketten CVS, Walgreens und Rite Aid sowie bei der Einzelhandelskette Walmart listen lassen. „Um US-weit präsent zu sein, müssen wir unsere Präparate auch in Supermärkten anbieten“, erklärt Bionorica-Vorstandschef Professor Dr. Michael Popp. Präparate zur Selbstmedikation würden vor allem im Einzelhandel gekauft.
Bei Bionorica hatte man auf das große Geschäft gehofft: Die Ketten fragten nach Sinupret, nachdem die Arzneimittelbehörde FDA im April 2004 den Verkauf von ephedrinhaltigen Präparaten verboten hatte. Aus dem Stand hätte es Bionorica so in die Regale von 17.000 Filialen geschafft. Doch die Ketten setzten die Vereinbarungen nicht um. Anfragen aus Deutschland nach dem Verbleib der Präparate liefen ins Leere. „Wir hatten ein Stocking-Problem“, sagte Popp.
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