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Beitrag enthüllt DocMorris-Kundendaten

Alexander Müller, 05. Dezember 2008, 12:53 Uhr

  • So funktioniert DocMorris: Im Internet kursierte ein Beitrag über die Versandapotheke.
Berlin -

Die Versandapotheke DocMorris nimmt es mit dem Schutz ihrer Kundendaten offenbar nicht allzu genau. Im Internet kursierte bis zu einer Anfrage von APOTHEKE ADHOC ein Video über die Celesio-Tochter. Darin gewährte DocMorris einem Filmteam der Financial Times Deutschland (FTD) Einblick in die Geschäftsabläufe. Zu sehen war neben dem Warenlager, versandfertigen Paketen und emsigen Mitarbeitern das Einscannen der Rezepte und die Eingabe der Patientendaten. Leider hatte sich niemand die Mühe gemacht, die persönlichen Daten der Kunden zu schwärzen.

Name und Anschrift sowie das Geburtsdatum und die Krankenkassennummer einer DocMorris-Kundin waren deutlich lesbar - ohne deren Wissen und gegen deren Willen: „Ich habe DocMorris niemals mein Einverständnis gegeben, meine Daten für einen Werbefilm zu benutzen“, sagte sie gegenüber APOTHEKE ADHOC. Jetzt will sie gegen den Datenmissbrauch der Versandapotheke vorgehen.

Eine Stellungnahme seitens Celesio/DocMorris steht noch aus. Auch der verantwortliche Redakteur der FTD war bislang nicht zu erreichen. Stattdessen wurde das Video kurzfristig überarbeitet und neu veröffentlicht.

Datenschützer sehen den Fall ebenso kritisch wie die betroffene Verbraucherin: Einer Sprecherin des Landesdatenschutzbeauftragten in Nordrhein-Westfalen zufolge liegt die Verantwortung zunächst beim Unternehmen: „Es ist schon ein klarer Verstoß der Versandapotheke gegen den Datenschutz, einem Filmteam überhaupt den Blick auf Rezepte zu eröffnen. Das ist nicht zulässig.“

Besonders kritisch sei, dass es sich um sensible Daten handle. „Das Unternehmen ist in der Pflicht, dass Kundendaten ausreichend gesichert sind“, so die Sprecherin. „In der Konstellation ist ganz klar, dass das Unternehmen die ihm anvertrauten Daten nicht ausreichend gesichert hat.“

Das Filmteam wiederum müsse vor der Veröffentlichung personenbezogener Daten die Einwilligung der Betroffenen einholen. „Stellen Sie sich vor, ihr Nachbar kann im Fernsehen sehen, dass Sie ein Potenzmittel nehmen“, so die Sprecherin.

Der Beitrag, der eher einem Werbevideo als einem redaktionellen Beitrag gleicht, ist einer von insgesamt drei Spots über DocMorris in der FTD-Reihe „Kreative Zerstörer der deutschen Wirtschaft“.

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