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Kohl-Gruppe

Arzneimittel bis ans Krankenbett

Patrick Hollstein, 31. August 2009, 19:14 Uhr

  • Bis ans Krankenbett: Die Kohl-Gruppe wird vom Reimporteur zum Homecare-Allrounder.
Berlin -

Die Kohl-Gruppe geht einen weiteren großen Schritt in Richtung Pharmaceutical Homecare: Nach der Übernahme des Parenteralia-Herstellers Nutrimedicare aus München liefert die Kohl-Tochter Assist erstmals patientenindividuelle Arzneimittelrezepturen bis ans häusliche Krankenbett. Das Angebot zur Betreuung kranker und pflegebedürftiger Patienten im ambulanten Bereich nimmt allmählich ganzheitliche Formen an. Mit Assist und 7x4 wird die Kohl-Gruppe vom Reimporteur zum Homecare-Allrounder.

Nutrimedicare stellt patientenindividuelle parenterale Ernährungslösungen her - ein Geschäftsfeld, das für die Kohl-Gruppe neu ist. Als eines der größten deutschen Homecare-Unternehmen versorgt Assist jährlich mehr als 30.000 Patienten in den Therapiebereichen enterale und parenterale Ernährung, Tracheo- und Enterostoma- sowie Wund- und Inkontinenzversorgung. Bei der Infusionstherapie war Assist bislang auf Fertigarzneimittel angewiesen.

Die individuell hergestellten Infusionslösungen von Nutrimedicare werden als Kühlware deutschlandweit über Apotheken ausgeliefert; die Applikation übernehmen bislang kooperierende Pflegedienste. Diese sollen auch künftig neben den 120 festangestellten Pflegekräften von Assist zum Einsatz kommen. Bei der Auslieferung der apothekenpflichtigen Produkte will Assist laut Geschäftsführer Thomas Reimringer auch in Zukunft auf Apotheken vor Ort setzen.

Die Homecare-Versorgung rückt zunehmend in das Zentrum der Kohl-Gruppe: Bei Assist wird für 2009 ein Umsatz von mehr als 70 Millionen Euro angestrebt. Zur Gruppe gehören außerdem Caresan, als Partner der AOK Bayern bei Vivacur eine der ersten Managementgesellschaften für Projekte zur Integrierten Versorgung in Deutschland, sowie der Medizinprodukte-Hersteller Easycare Research.

Über die Herstellung von Zytostatika wird in Merzig derzeit zwar angeblich nicht nachgedacht. Doch nach der Hilfsmittel- könnte auch die Arzneimittellieferung bis ans Krankenbett an anderer Stelle Wirklichkeit werden: Die Versorgung von Patienten mit 7x4-Blistern ist in diesem Jahr erstmals in größeren Modellprojekten angelaufen. Bei der Versorgung ambulanter Patienten mit medizinisch-pharmazeutischen Dienstleistungen und Therapien will Kohl eine zentrale Rolle spielen.

Ein Video-Interview mit Edwin Kohl finden Sie unter: http://www.apotheke-adhoc.de/Nachrichten/Videos/?v=6w6uMPiwVcg

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