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Versandapotheken

Apo-Rot lässt sich Rezepte schreiben

Alexander Müller, 28. November 2011, 11:41 Uhr

Berlin -

Deutsche Versandapotheken haben es im Wettbewerb um Rezepte nicht leicht: Die Konkurrenz aus den Niederlanden lockt mit Rx-Boni – und in Apotheken vor Ort bekommen die Patienten ihre Medikamente deutlich schneller. Die Hamburger Versandapotheke Apo-Rot versucht es jetzt auf einem anderen Weg und lässt sich die Rezepte direkt aus der Praxis schicken. Die deutschen Ärzte sitzen in England und stellen die Diagnosen im Internet. Hinter dem Projekt stehen ehemalige Mitarbeiter von Celesio und Hamburger Geschäftsleute.

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In Großbritannien ist das Konzept der „Online Doctors“ nicht neu: Unter dem Namen „DrThom“ stellen Ärzte auf der Insel schon seit 2002 Rezepte im Internet aus, die Medikamente bringt exklusiv die Versandapotheke von Lloydspharmacy. Beide Unternehmen gehören zum Stuttgarter Pharmahändler Celesio.

Die Ähnlichkeit beim Konzept und im Namen ist kein Zufall: Bei „DrEd“ arbeiten vier ehemalige Mitarbeiter von „DrThom“. Diese hatten schon seit eineinhalb Jahren geplant, das Modell auch in Deutschland einzuführen – doch bei Celesio wollte man sich nach DocMorris darauf offenbar nicht einlassen. Also machten sich David Meinertz und Amit Khutti selbstständig und engagierten Jens Apermann als Kontaktmann für den deutschen Markt.

Apermann schmiss für „DrEd“ seinen Job bei der Hamburger Drogeriekette Budnikowsky, für die er zuletzt ein Franchise-Konzept für Apotheken aufgelegt hatte. Jetzt soll er die Onlinepraxis nach außen vertreten – und den Kontakt zu Apo-Rot halten.

In der Hansestadt laufen alle Fäden zusammen: Partner von Meinertz und Khutti beim Arztprojekt ist der Hamburger Unternehmer Marc-Oliver Griefahn. Griefahn ist Gesellschafter des Medizintechnik-Anbieters Weinmann (Weinmann, MCC, Corscience) und über eine Beteiligungsfirma zu gut einem Viertel an „DrEd“ beteiligt. Ebenfalls mit an Bord sind über eine entsprechende Holding mehrere IT-Unternehmer um die Hamburger Firma Computerrock. Selbst der ärztliche Leiter von „DrEd“, Dr. Jasper Mordhorst, kommt aus Hamburg.

Der Bezug kommt nicht von ungefähr: „DrEd“ richtet sich ausschließlich an deutsche Patienten. Das Portfolio umfasst in der Mehrzahl Behandlungsangebote und nicht erstattungsfähige Arzneimittel aus dem Lifestyle-Bereich: erektile Dysfunktion, Haarausfall, Verhütung. Zu den angebotenen Diagnosen zählen aber auch Bluthochdruck und Asthma.

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apotheke adhoc Debatte 2 Kommentare

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Community Mitglied 28. November 2011, 16:44 Uhr
#2 Onkel - Doktor - online ...................... ?!

................... immerhin eine konsequente Weiterentwicklung des online-Gedankens !

Wenn man Versand-"Apotheken" OHNE BERATUNG und OHNE PERSÖNLICHEN Kundenkontakt zuläßt, warum dann nicht auch den "online-Doc" ???

Vielleicht begreift Herr Bahr JETZT endlich den Wahnsinn, der hier in Deutschland aktuell abläuft ...................... !

STOPPEN - SIE - DIESEN - WAHNSINN , Herr Minister Bahr!

AM BESTEN: JETZT !

Community Mitglied 28. November 2011, 12:39 Uhr
#1 Was wird denn noch alles legalisiert

Der dickste Hund ist ja folgender Satz:

Bei „DrEd“ ist man dagegen sogar davon überzeugt, dass die Behandlungskosten grundsätzlich von deutschen Krankenkassen übernommen werden können – analog zu einem Arztbesuch in einem anderen EU-Land. Details sollen die Kunden trotzdem lieber mit ihrer Kasse klären, rät „DrEd“.

Wenn das Ausfüllen eines Rezepts ohne den "Patienten" jemals gesehen zu haben eine "Behandlung" ist, die deutsche Kassen bezahlen, dann müßten spätestens jetzt die deutschen Ärzte mal den Aufstand proben. Áls Apotheker sind wir solche "Geschäftsmodelle" ja gewöhnt, aber als Arzt würde ich mich jetzt ziemlich verladen vorkommen.

Warum stellen wir nicht einen arbeitslosen Arzt in GB ein der uns die Rezepte schickt? Wenn Aporot das darf dann darf das doch auch jede andere deutsche Apotheke? So üppig werden die Docs in England vom NHS nicht bezahlt daß sich da nicht einer gelegentlich 29 Pfund dazuverdienen möchte.

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