Der Wahn des Großkunden
Es ist das Mantra des Großkunden: Die Krankenkassen wollen ihren alten Apothekenabschlag von 2,30 Euro zurück. Mit dieser Maximalforderung geht der GKV-Spitzenverband in jede politische Debatte. Neu... Mehr
APOTHEKE ADHOC, 12. November 2010, 09:32 Uhr
Drei Wochen ist es her, dass Celesio, Phoenix und die Sanacorp ihre Anteile an der Anzag an Alliance Boots verkauft haben. Jetzt wird um Kunden gerangelt. Nachdem die Noweda - immerhin der einzig verbliebene deutsche Großaktionär - Ende Oktober gezielt Anzag-Kunden angeschrieben hat, schießen die Frankfurter jetzt scharf zurück.
„Bestimmt auch zu Ihrer Verwunderung, vielleicht sogar zu Ihrer Enttäuschung, wurde die Anzag mehrheitlich von Alliance Boots übernommen“, schrieben Noweda-Chef Wilfried Hollmann und sein Vertriebsleiter Lars Horstmann an Anzag-Kunden. „Erstmals wird damit ein ausländischer Großhändler, der zugleich Betreiber von Apothekenketten ist, im deutschen Markt aktiv.“ Gleichzeitig wurde der Besuch des Gebietsleiters angekündigt.
Bei der Anzag folgte in dieser Woche der Gegenangriff: Gleich der gesamte Vorstand wandte sich schriftlich an die Apotheken, um „einige Sachverhalte klar zu stellen“. Erzählt wird über die Geschichte der Anzag und den sukzessiven Ausstieg der Genossenschaften. „Vor dem Hintergrund dieser Entwicklung, die freiwillig und ohne äußere Zwänge erfolgte, erscheint es uns schon recht eigenartig, dass aus dem genossenschaftlichen Apothekenlager nun Klage darüber geführt wird, dass Anzag zu einem Großkonzern gehöre.“
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