PHARMAWESTEN
Teva / AbZ
APOTHEKE ADHOC Stellenmarkt
Wort & Bild Verlag
ACA Müller
Großbritannien

Pillenautomat im Supermarkt

Benjamin Rohrer, 18. August 2010, 14:21 Uhr

  • Automat statt Apotheker: Die britische Supermarktkette Sainsbury's testet Terminals für Arzneimittel.
Berlin -

In Großbritannien werden derzeit Abgabeautomaten für Arzneimittel getestet. Ein Jahr lang erproben eine Supermarktkette und mehrere Krankenhäuser die Dispensierung per Terminal. Während der Lebensmittelhändler Sainsbury's nach eigenem Bekunden nur das Angebot in seinen Instore-Apotheken erweitern und keine Fachkräfte ersetzen will, sollen sich an den Terminals der Kliniken Patienten in entlegenen Gebiete und außerhalb der Öffnungszeiten bedienen können.

Sainsbury's, mit knapp 900 Filialen nach Tesco und ASDA die Nummer 3 in Großbritannien, testet derzeit in zwei Filialen im Süden Englands den „Express Prescription Kiosk“ der Firma Asteres. Um am Terminal bedient zu werden, müssen sich die Kunden registrieren und mittels Login und Passwort oder per Fingerabdruck anmelden. Sind die Rezepte im Automaten verschwunden, kann der Kunde im Supermarkt einkaufen gehen.

Unterdessen kontrolliert ein Apothekenmitarbeiter die Eingaben und stellt die Medikamente bereit. Bis zu 450 Packungen können im Automaten gleichzeitig eingelagert werden. Kehrt der Kunde mit vollem Einkaufswagen zurück, muss er sich erneut anmelden um seine Bestellung am Automaten bezahlen; dann kann er seine Arzneimittel mitnehmen.

Ein Sprecher von Sainsbury's versicherte, dass keine der in insgesamt 236 Filialen untergebrachten Apotheken durch Terminals ersetzt oder Mitarbeiter entlassen werden sollten. Bei Beratungsbedarf solle schließlich immer ein Apotheker in der Nähe sein. Einziger Zweck der Terminals sei es, den Kunden lästige Wartezeiten zu ersparen, so der Sprecher.

Der Automatenherstelller Pharma Trust geht da andere Wege: Ab Herbst soll in verschiedenen Krankenhäusern in England das so genannte „Med Centre“ in Betrieb genommen werden. An den Terminals sollen Patienten auch zu späten Stunden und in entlegenen Gebieten an Medikamente kommen. Die Identifikation erfolgt hier über eine Videoverbindung zu einem Apotheker - der Patient muss Rezept und Ausweis in die Kamera zeigen. Nach dieser Authentifizierung bekommt er, sofern im 1800 Packungen umfassenden Lagerbestand vorhanden, sein Medikament ausgeworfen. Für die Befüllung der Automaten und die Betreuung der Patienten ist das Personal der jeweiligen Krankenhausapotheke verantwortlich.

In Großbritannien haben sich Arzneimittelautomaten bisher nicht durchsetzen können, da sie nur in physischer Anwesenheit eines Apothekers erlaubt sind. Die Hersteller der Automaten hoffen nun, dass durch die Pilotprojekte die Gesetze gelockert werden, so dass auch in Haupteinkaufsstraßen, Einkaufszentren oder auf dem Land neue Automaten installiert werden können.

Sie müssen sich zuerst anmelden um an der Diskussion teilnehmen zu können

Doccheck Hilfstext

Liebe Leserinnen und Leser,

diese Seite ist DocCheck-geschützt, das heißt, sie enthält Informationen für medizinische Fachkreise. Bitte geben Sie Ihr DocCheck-Passwort ein. Einen Zugang erhalten Sie unter http://www.doccheck.com/de/

Ihr Team von APOTHEKE ADHOC

Anzeige easyApotheke

Newsletter

Newsletter kostenlos abonnieren

Kommentar

Randnotiz : Doping mit Ulle

Mutig, mutig: Der Hersteller Dr. Kurt Wolff lässt sein Anti-Haarausfall-Shampoo Alpecin künftig von Jan Ullrich bewerben. Der Ex-Radprofi hat laut dem Handelsblatt einen Dreijahresvertrag... Mehr

Facebook - Fanblock

Porträt

Bluefish: Schweden liegt in Indien

Mit den Rabattverträgen kommen den Apotheken immer mehr Exoten ins Haus. Einer von ihnen ist der schwedische Generikahersteller Bluefish. Das junge Unternehmen hat eine klare Vision: „Wir wollen für... Mehr

Weiteres