Italien

Zwangsrente für Apotheker ab 2015 Benjamin Rohrer, 17.04.2012 15:14 Uhr

Berlin - Italiens Apothekeninhaber im Rentenalter müssen die Leitung ihrer Offizin doch nicht sofort abgeben. Mehreren Medienberichten zufolge will die Regierung eine Übergangszeit von drei Jahren schaffen: Bis 2015 sollen sich die Pharmazeuten demnach einen neuen Leiter suchen. Ursprünglich war geplant, dass alle Inhaber über 65 Jahren die Arbeit sofort niederlegen müssen.

Mit einem Liberalisierungsgesetz hatte die Regierung um Ministerpräsident Mario Monti beschlossen, dass Apothekeninhaber die Leitung sofort nach Eintritt ins Rentenalter abgeben müssen. Junge Apotheker sollen durch die Neuregelung schneller einen Arbeitsplatz finden. Kurz nach der Zustimmung des Parlamentes gab Gesundheitsminister Renato Balduzzi bekannt, dass die Zwangsrente sofort umgesetzt werden müsse.

Dagegen hatte der Apothekerverband heftig protestiert und einen nationalen Generalstreik angekündigt. In einigen Apotheken auf dem Land arbeite nur der Inhaber, argumentierte der Verband. Balduzzi zeigte sich jedoch kompromissbereit: Medienberichten zufolge soll die Regelung für Landapotheken sogar komplett aufgehoben werden. In Ortschaften mit weniger als 3000 Einwohnern dürfen auch in Zukunft ältere Apotheker arbeiten. Die Regierung soll bereits eine entsprechende Änderung am Liberalisierungsgesetz beschlossen haben, heißt es.
 

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