Wettbewerbshüter: Fremdbesitzverbot aufheben Benjamin Rohrer, 29.06.2012 13:49 Uhr
Berlin - Die dänische Regierung muss sich mit der Liberalisierung des Apothekenmarktes befassen. Die Wettbewerbsbehörde fordert in einem Gutachten, das Fremdbesitzverbot aufzuheben, das strikte Mehrbesitzverbot zu lockern und den Versandhandel zu stärken. Die Behörde erhofft sich dadurch eine Senkung der Arzneimittelpreise und somit eine finanzielle Entlastung der Bürger.
Aus Sicht der Wettbewerbshüter ist der Markt überreguliert: Durch die strengen Niederlassungsbeschränkungen, die festgelegten Preise und Gewinnspannen sowie die Regelungen zu Öffnungszeiten gebe es für neue Marktteilnehmer keinen Anreiz, neue Apotheken zu eröffnen. Daher sei Dänemark bei der Apothekendichte auch Schlusslicht in Europa.
Als Beispielländer für eine mögliche Liberalisierung nennt die Behörde Norwegen, Schweden, die Niederlande, England und Irland: Nach der Deregulierung gebe es in diesen Ländern mehr Apotheken und längere Öffnungszeiten. Zudem seien die OTC-Preise dort gesunken.
Die zentrale Forderung der Wettbewerbshüter ist daher die Aufhebung der Festpreise für Rx-Arzneimittel. Nach Freigabe könnten die Preise um 2 Prozent fallen, was wiederum die Patienten entlasten würde. Ein Dorn im Auge ist der Behörde zudem das dänische Umverteilungssystem für kleine Landapotheken: In Dänemark müssen große Stadtapotheken einen Teil ihres Umsatzes an einen Fonds abtreten, der an kleine Apotheken ausgeschüttet wird. Untersuchungen hätten ergeben, dass mehr als 30 Prozent der unterstützen Apotheken die Hilfen gar nicht bräuchten.
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#2es geht doch nicht darum,...
... ob zuviele oder zuwenige Apotheken angeblich für zu hohe Preise verantwortlich sind. Das wird von den "unabhängigen" Medien- und Polit-Mietmäulern schon immer irgendwie passend gemacht. Das einzige, was zählt ist, den bestehenden, funktioniernden Versorgungssystemen so lange zu schaden, bis sie endlich nicht mehr funktionieren. Dann ist endlich Platz für die Pessinas, Kohls, Strüngmanns und alle unsere "guten Freunde", die diese "Wettbewerbshüter" dann sicherlich gut alimentieren.
#1Korrupter Haufen
Mehr Mitleid als Häme! Ich frage mich, wie die "Wettbewerbshüter", also die Europäische Kommission nach dem Urteil von Luxemburg überhaupt noch wagt, das Fremdbesitzverbot infrage zu stellen. Dass man einen Schuldenstaat wie Griechenland oder auch Italien dahingehend unter Druck setzt, weitere Liberalisierungen (Ich hasse dieses Wort) im Apothekenmarkt voranzubringen, mag man nachvollziehen können (oder auch nicht). Diese skrupellosen Apostel des "Freien Marktes" werden keine Gelegenheit auslassen, ihr Weltbild und ihre Ideologie mittels harter Bandagen in die Tat umzusetzen. Dass ihnen dabei Dänemark ein Dorn im Auge ist, weil dort wahrlich nicht ein Hauch ihrer Ziele umgesetzt scheint, klingt logisch. Was nicht logisch erscheint, sind die konträren Hauptargumente unserer Gegner einerseits bei der Europäischen Kommission und andererseits im eigenen Land: dort- die Apothekenzahlen sind rückläufig, schlecht für den Wettbewerb, hier- Es gibt zu viele Apotheken und trotzdem keinen ausreichenden Wettbewerb. Wer hat denn nun Recht und reicht das als Argument, um Niederlassungsbeschränkungen in Dänemark, Italien oder Frankreich aufheben zu lassen? Doch das Fremdbesitzverbot mit so fadenscheinigen Konstruktionen wie der Feststellung aushebeln zu wollen: Es fehlt an niederlassungswilligen Pharmazeuten... Das schlägt echt dem Fass den Boden aus. Soviel Dreistigkeit verschlägt selbst mir die Sprache.