Italien

Regierung plant Sonderabschlag für Apotheken Benjamin Rohrer, 28.06.2012 15:28 Uhr

Berlin - Italiens Apothekern droht der nächste Schlag: Um dem Staatshaushalt eine kurzfristige Finanzspritze zuzuführen, plant die Regierung um Ministerpräsident Mario Monti einen temporären Sonderabschlag für die Apotheker. Zwischen Juli und Dezember soll der Zwangsrabatt, den die Apotheker dem Nationalen Gesundheitsdienst zahlen, verdoppelt werden. Die Apotheker sind erbost: Der Verband hat damit gedroht, stellvertretend für alle Apotheker aus dem Arzneimittel-Rahmenvertrag auszusteigen.

Italiens Apotheker erhalten für jedes abgegebene Rx-Arzneimittel eine prozentuale Marge, die degressiv ausgestaltet ist. Seit 2010 müssen die Apotheker dem Gesundheitsdienst zudem einen Extra-Rabatt von 1,82 Prozent auf jedes Arzneimittel gewähren. Dieser Rabatt soll nun auf 3,65 Prozent angehoben werden.

Doch damit nicht genug: Weil die Gesundheitsdienste der einzelnen Regionen unter chronischem Geldmangel leiden, sollen die Arzneimittelausgaben im ganzen Land neu gedeckelt werden. Bislang dürfen die Arzneimittelausgaben nicht mehr als 13,3 Prozent am Gesamtbudget des jeweiligen Gesundheitsdienstes liegen. In den meisten Regionen liegen die Ausgaben für Medikamente bei etwa 12 Prozent des gesamten Etats.

Wenn die Forderungen der Apotheker künftig die 11,3-Prozent-Grenze überschreiten, sollen die Gesundheitsdienste ihre Rechnungen nicht mehr zahlen müssen. Die Apotheker blieben in diesem Fall auf den Kosten sitzen.

APOTHEKE ADHOC Debatte

Ältere Kommentare lesen 2 Kommentare
  • 28.Juni 2012, 17:08Uhr
    Community Mitglied

    #2Der Kriesengipfel hat doch seine Vorteile...

    ... der Tipp kam bestimmt von Frau Merkel, ".... Du Monti, bei uns zocken wir immer die Apotheker ab, wenn die Kohle nicht reicht."

  • 28.Juni 2012, 16:51Uhr
    Community Mitglied

    #1Ach es geht um Italien..

    ..ich dachte schon "aha, das ist also der angekündigte Honorarvorschlag vor der Sommerpause"