Österreich

Seltenes Virus lässt Pferde sterben dpa, 22.06.2017 11:49 Uhr

Wien - In Österreich haben sich binnen zwei Jahren vier Pferde mit einer sehr seltenen tödlichen Vireninfektion angesteckt. Die Tiere seien alle in der gleichen oberösterreichischen Region an den Bornaviren (BoDV) erkrankt, teilte die Veterinärmedizinische Universität Wien mit. Die Borna-Krankheit führt zu tödlichen Entzündungen des Gehirns und des Rückenmarks vor allem bei Pferden und Schafen.

Über ihre Ergebnisse berichten die Forscher um Professor Dr. Herbert Weissenböck vom Institut für Pathologie und gerichtliche Veterinärmedizin im Fachjournal „Ermerging Microbes & Infections“. Sie sprechen von einem „neuen inländischem Endemiegebiet“. Es handle sich um den ersten Ausbruch in dem bisher nicht betroffenen Gebiet. Es sei überraschend, dass die Krankheit dort ausgebrochen sei, sagte Weissenböck. Erkranke ein Tier, sei es nicht zu retten. „Eine Heilung gibt es nicht.“

Für Menschen besteht nach jüngsten Experteneinschätzungen wohl keine Gefahr. Noch vor einigen Jahren hatten Forscher angenommen, dass die Viren Depressionen verursachen können. „Wir sehen keinerlei Indizien dafür, dass dem wirklich so ist“, sagte Weissenböck.

Tests an regionalen Feldspitzmäusen, dem einzigen bekannten Zwischenwirt, bestätigten den Verdacht auf ein lokales Virusreservoir: Rund die Hälfte der untersuchten Tiere war mit dem Erreger infiziert. Betroffene Mäuse tragen das Virus ihr Leben lang in sich, zeigen aber keine Symptome. Erstmals wurde auch eine Waldspitzmaus positiv getestet. „Bislang galt diese Art nicht als möglicher Träger der Bornaviren“, hieß es.

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