Porträt

Obama-Reform: Versicherung für alle dpa/APOTHEKE ADHOC, 29.06.2012 13:30 Uhr

Berlin - Für US-Präsident Barack Obama ist die Gesundheitsreform eines der zentralen Themen während seiner ersten Amtszeit. Die politischen Debatten waren hart und kämpferisch. Nun hat der Oberste Gerichtshof grünes Licht für das Herzstück der Reform gegeben: Die Regierung habe das Recht, eine obligatorische Krankenversicherung einzuführen. Doch Obamas Reform hat nicht nur gesundheitspolitische Auswirkungen.

In den USA ist das Gesundheitswesen liberal geprägt. Was in Deutschland undenkbar ist, war in den Staaten lange normal: Versicherungsfirmen konnten frei entscheiden, welche Beiträge sie erheben oder wen sie versichern. Arbeitslose mussten ihre Krankenversicherung selbst tragen. Sozialschwache wurden nur von spendenfinanzierten Privatkliniken aufgefangen.

2009 begann das Ringen um die Gesundheitsreform. Besonders bei den Konservativen stießen Obamas Pläne auf Gegenwehr. Nicht nur die hohen Kosten von mehr als 900 Milliarden US-Dollar wurden kritisiert. Auch die Versicherungswirtschaft dürfte angesichts neuer Verbote nicht zufrieden mit der Obama-Reform sein.

Derzeit haben 250 der 311 Millionen Amerikaner eine Krankenversicherung. Sie wird vom Arbeitgeber getragen. Für Rentner gibt es das staatliche Programm Medicare, für Bedürftige Medicaid. Durch die Reform werden die Rechte der Versicherungsunternehmen stark eingeschränkt: Sie werden den Schutz nicht mehr kündigen können, wenn Bürger krank werden. Auch dürfen die Beiträge nicht mehr grundlos angehoben werden. Zudem müssen sie fortan kostenlose Präventivuntersuchungen wie Mammographien anbieten.

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