Griechenland

Minister wettert gegen Apotheker APOTHEKE ADHOC, 02.03.2012 12:19 Uhr

Berlin - Das griechische Parlament hat Haushaltskürzungen im Gesundheitssystem zugestimmt. Die Sparmaßnahmen sind eine der Voraussetzungen, um einen weiteren EU-Notkredit über 130 Milliarden Euro zu erhalten. Laut Gesetzentwurf müssen Apotheken künftig längere Öffnungszeiten haben. Auch die Bedarfsplanung wird gelockert: Statt 1500 Menschen muss eine Apotheke nun nur noch 1000 Menschen versorgen können.

Kostensenkungen bei Medikamenten und Fusionen von Krankenhäusern sollen die Gesundheitsausgaben des Landes zusätzlich reduzieren. Griechenland verwendete zuletzt rund 25 Milliarden Euro pro Jahr auf den Gesundheitssektor. Das entspricht 10 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Das Parlament verabschiedete die Gesetzesvorlage am Donnerstag mit 213 zu 58 Stimmen. 12 Abgeordnete enthielten sich ihrer Stimme.

Gesundheitsminister Andreas Loverdos kritisierte im Zuge der Debatte die Haltung der griechischen Ärzte und Apotheker und warf ihnen vor, die Verwendung günstiger Generika im staatlichen Gesundheitssystem vorsätzlich zu blockieren. Einer EU-Studie zufolge liegen Griechenlands Pro-Kopf-Ausgaben für Arzneimittel bei 682 Euro – im europäischen Vergleich bedeutet das den Höchstwert.

Kritiker der Sparmaßnahmen erwarten deutliche Qualitätseinbußen in der staatlichen Gesundheitsversorgung. Zahlreiche Krankenhäuser seien dadurch von der Schließung bedroht.

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