Italien

Keine degressive Marge mehr für Apotheker Benjamin Rohrer, 02.08.2012 15:28 Uhr

Berlin - Ausnahmsweise mal wieder gute Neuigkeiten für Italiens Apotheker: Das Parlament hat die von der Regierung geplante Verdoppelung des Kassenabschlags verhindert. Statt 3,6 Prozent müssen die Apotheker bis zum Jahresende nur 2,25 Prozent jeder abgerechneten Arzneimittelpackung den staatlichen Gesundheitsdiensten überlassen. Danach gilt der alte Satz von 1,8 Prozent. Außerdem hat die Regierung den Pharmazeuten eine komplette Umstellung des Honorarsystems versprochen.

Die Regierung um Ministerpräsident Mario Monti hatte vor zwei Monaten ein Gesetz erlassen, dass die Verdoppelung des Kassenabschlages von derzeit 1,8 Prozent vorsah. Bei der Abstimmung des Gesetzes im Parlament gab es jedoch mehrere Änderungsanträge, in denen eine Erhöhung bis hin zur Streichung der Maßnahme gefordert wurde. Die Abgeordneten einigten sich auf einen gemeinsamen Antrag, mit einer leichten Erhöhung. Diese soll allerdings nur bis Jahresende gelten. Die Regierung hatte die Verdoppelung des Zwangsrabattes ursprünglich bis 2014 vorgesehen.

 

Der Apothekerverband wertet die Entscheidung des Parlamentes als einen eigenen Erfolg: „Während unseres Streikes in der vergangenen Woche blieben an einem Tag in ganz Italien 93 Prozent der Apotheken geschlossen. Das hat offenbar seine Wirkung erzielt“, so ein Verbandssprecher.

 

Auch erfreulich für die Apotheker: Der Apothekerverband steht derzeit in Verhandlungen mit den Gesundheitsdiensten und der Regierung. Ziel ist es, die derzeit degressive, prozentuale Marge abzulösen und durch eine dem deutschen System ähnliche Vergütungsweise zu ersetzen: Festzuschlag plus fixe Marge. Die Apotheker hoffen, so die Abhängigkeit von den Rx-Preisen zu verringern.

 

Falls bis Ende Oktober keine Einigung erzielt werden kann, will die Regierung selbst ein Honorarsystem per Verordnung verabschieden. Die Konditionen könnten die Apotheker allerdings nicht verhandeln.

APOTHEKE ADHOC Debatte

Ältere Kommentare lesen 7 Kommentare
  • 3.August 2012, 08:51Uhr
    Community Mitglied

    #7Runter vom Sofa!

    Was will man von diesen an den Fäden der Politik hängenden ABDA-Marionetten denn anderes erwarten? Die haben ja schon die Hosen voll, wenn sie das Wort STREIK überhaupt in den Mund nehmen! Es sind nach über einer Woche immer noch keinerlei wirksame Konzepte erkennbar, da wird im Streikfall von Geiselhaft (!?) der Patienten palavert, weil man nicht bereit ist mit aller Konsequenz berechtigte Interessen gegenüber der Politik mal durchzusetzen. Also ABDA runter vom Sofa, die Italiener machen's uns doch vor, wie's geht! Oder arbeitet Ihr under cover für den BND, Abtl. Gesundheitswesen mit Auftrag: Schnelle und effektive Marktbereinigung im deutschen Apothekenwesen?

  • 3.August 2012, 08:51Uhr
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    #6Runter vom Sofa!

    Was will man von diesen an den Fäden der Politik hängenden ABDA-Marionetten denn anderes erwarten? Die haben ja schon die Hosen voll, wenn sie das Wort STREIK überhaupt in den Mund nehmen! Es sind nach über einer Woche immer noch keinerlei wirksame Konzepte erkennbar, da wird im Streikfall von Geiselhaft (!?) der Patienten palavert, weil man nicht bereit ist mit aller Konsequenz berechtigte Interessen gegenüber der Politik mal durchzusetzen. Also ABDA runter vom Sofa, die Italiener machen's uns doch vor, wie's geht! Oder arbeitet Ihr under cover für den BND, Abtl. Gesundheitswesen mit Auftrag: Schnelle und effektive Marktbereinigung im deutschen Apothekenwesen?

  • 2.August 2012, 22:14Uhr
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    #5Degeneriete Institution ABDA???????

    ?????????????

  • 2.August 2012, 18:58Uhr
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    #4Es ist eigentlich nur noch zum Schreien!!

    Die ABDA hat doch selbst ganz tolle Solidaritätsadressen nach Italien geschickt. UMGEKEHRT wäre das offensichtlich nötiger. Lokführer, Krankenhäuser, jetzt Italiens Apotheker. WIE VIEL BEISPIELE, DAS DAS FUNKTIONIERT BRAUCHT IHR EIGENTLICH NOCH????

  • 2.August 2012, 17:09Uhr
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    #3Die Italiener zeigen uns wie man kämpft

    ...wie im Fußball, so auch gegen staatliche Hybris und Arroganz.

  • 2.August 2012, 16:12Uhr
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    #2Die ABDA wird erst dann aktiv

    wenn die letzte Apotheke geschlossen hat und urplötzlich die Frage aufkommt, wer zukünftig die Vorstandgehälter bezahlen soll...

  • 2.August 2012, 15:57Uhr
    Community Mitglied

    #1Vorbild

    So macht man das, liebe ABDA: "Während unseres Streikes in der vergangenen Woche blieben an einem Tag in ganz Italien 93 Prozent der Apotheken geschlossen. Das hat offenbar seine Wirkung erzielt“, so ein Verbandssprecher." So etwas würde auch hier seine Wirkung nicht verfehlen. Also, worauf wartet ihr?