USA

Arkansas: Hinrichtung trotz McKesson-Klage dpa, 21.04.2017 12:00 Uhr

Little Rock - Der US-Bundesstaat Arkansas hat nach langem juristischen Tauziehen zum ersten Mal seit zwölf Jahren einen Häftling hingerichtet. Der 51-jährige Ledell Lee, der wegen eines Mordes vom Jahr 1993 verurteilt worden war, wurde am späten Donnerstagabend (Ortszeit) im Gefängnis von Grady per Giftspritze getötet. Die Staatsanwaltschaft bestätigte den Tod, der von der Zeitung „Arkansas Democrat-Gazette“ gemeldet wurde.

Er war einer von insgesamt acht Häftlingen, die Arkansas ursprünglich vom Ostermontag an binnen elf Tagen hinrichten wollte. Die Exekution war die bislang einzige, die nicht von Gerichten verhindert wurde. In der kommenden Woche sind drei weitere Hinrichtungen geplant.

Lee wurde demnach das Gift um 23.44 Uhr gespritzt. Er starb zwölf Minuten später. Journalisten berichteten von vor Ort auf Twitter unter Berufung auf Zeugen, er habe anscheinend schnell das Bewusstsein verloren und nicht gelitten. Es war die siebte Exekution in diesem Jahr in den USA.

Arkansas hatte nach der langen Hinrichtungspause so viele Exekutionen binnen kurzer Zeit angesetzt, weil Ende April die Haltbarkeit des Wirkstoffes Midazolam in dem Giftcocktail abläuft. Es ist eines von drei Mitteln, die Gefangenen bei der Hinrichtung eingespritzt werden. Die Verwendung dieser Substanz ist wegen Berichten über qualvolles Sterben bei Exekutionen höchst umstritten.

Lee verzichtete den Berichten zufolge auf letzte Worte. Er war im Februar 1993 festgenommen worden, kurz nachdem eine 26-jährige Frau in der Stadt Jacksonville mit einem Werkzeug, das Lastwagenfahrer zum Prüfen des Luftdrucks ihrer Reifen benutzen, zu Tode geprügelt worden war. Er bestritt stets die Tat.

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