Frankreich

Ärztin Agnès Buzyn neue Gesundheitsministerin APOTHEKE ADHOC, 18.05.2017 12:14 Uhr

Berlin - Der neue französische Präsident Emmanuel Macron setzt weiter auf die Veränderung der politischen Kultur in seinem Land. In seinem am 17. Mai vorgestellten Kabinett versammelt er Politiker aus dem rechten und linken Lager, dazu einige Quereinsteiger aus der Zivilgesellschaft mit fachlicher Kompetenz. Zu seiner Sozial- und Gesundheitsministerin hat Macron die Ärztin Agnès Buzyn gemacht. Die 54-Jährige ist der breiten Öffentlichkeit weitgehend unbekannt, wird in der Medizin aber hoch geschätzt.

Der Ministerriege gehören sieben Frauen und sieben Männer an. Gesundheitsministerin Buzyn wird in einem Porträt der Online-Ausgabe des Nachrichtenmagazins „L‘Obs“ als so umgänglich wie ehrgeizig beschrieben. Sie sei eine leidenschaftliche Streiterin für das öffentliche Gesundheitswesen. Buzyn bringe in ihr Amt langjährige Erfahrungen in öffentlichen Krankenhäusern, aber auch Gesundheitsbehörden mit. Das schließe eine intime Kenntnis der Mängel im System mit ein.

Einen Namen hat sich Agnès Buzyn in der Krebsforschung und -behandlung gemacht. Davon zeugen zahlreiche wissenschaftliche Publikationen in den Bereichen akute lymphatische Leukämie (ALL) und chronische myeloische Leukämie (CML). Von 1992 bis 2011 leitete sie die Intensivstation für Hämatologie und Knochenmarkstransplantation am l'hôpital Necker. Danach stand sie für weitere fünf Jahre dem Nationalen Krebsinstitut (Inca) vor.

Im März 2016 wurde sie vom damaligen Präsidenten François Hollande zur Vorsitzenden der Nationalen Gesundheitsbehörde HAS ernannt. Noch immer ist sie Professorin für Hämatologie an der Université Pierre & Marie Curie. Buzyn ist verheiratet mit Yves Lévy, dem Geschäftsführer des Nationalen Instituts für Gesundheit und medizinische Forschung (Inserm). Ihr Vater war orthopädischer Chirurg, ihre Mutter Psychologin und Psychoanalytikerin.

Die Amtszeit von Agnès Buzyn und ihrer Kollegen ist vorerst nur für einen Monat gesichert: Am 11. und 18. Juni wählt Frankreich eine neue Nationalversammlung. Gewinnt Macrons Lager keine eigene Mehrheit, könnte der Präsident dazu gezwungen werden, eine neue Regierung zu ernennen.

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