Frankreich

Celesio: Die Schwierigkeit, Nummer 1 zu sein Patrick Hollstein, 17.04.2012 08:55 Uhr

Berlin - In Frankreich ist Celesio das, was Phoenix in Deutschland ist: mit großem Abstand Marktführer. Auch die Probleme sind offenbar ähnlich: Wegen des großen Vorsprungs war die Celesio-Tochter OCP über die Jahre vom allgemeinen Marktwachstum abgekoppelt. Weil Expansion schwierig ist, steht die Profitabilität im Vordergrund. Doch die Konkurrenz wildert bei den Kunden. Zwei ehemalige Ratiopharm-Manager sollen es jetzt auf dem nach Umsatz wichtigsten Markt des Konzerns richten.

Bereits 1993 war Celesio, damals noch Gehe, beim französischen Großhändler „Office Commercial Pharmaceutique“ mit Sitz in Paris eingestiegen. Mit knapp 5200 Mitarbeitern in 55 Niederlassungen und einem Umsatz von 6,3 Milliarden Euro war OCP 1999 mit Abstand die Nummer 1. Der Marktanteil lag bei 41 Prozent.

Heute kommt OCP auf 44 Niederlassungen und 3700 Mitarbeiter. Der Umsatz lag 2011 bei knapp 6,6 Milliarden Euro, das entspricht einem Marktanteil von 36 Prozent. Während der Gesamtmarkt also seit 1999 um 20 Prozent zulegte, wuchs OCP um 5 Prozent.

Vor allem die letzten Jahre waren schwierig: Die Konzernzentrale in Stuttgart wollte Erträge sehen – vermutlich auch wegen der Probleme mit den deutschen Kunden. Entsprechend wurden Niederlassungen geschlossen und Touren gestrichen.

APOTHEKE ADHOC Debatte

Neuere Artikel zum Thema