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Erfindergeist in der k.u.k.-Apotheke APOTHEKE ADHOC, 19.03.2017 11:10 Uhr

Berlin - In der Alten Löwen-Apotheke in Wien wird Tradition groß geschrieben. Dazu hat Inhaberin Kristina Taubald auch allen Grund. Die Apotheke war seit ihrer Gründung Ende des 18. Jahrhunderts immer wieder in aller Munde. Sie war nicht nur das erste Gebäude in Wien, dessen Schaufenster im Lichte einer Gaslaternen erstrahlte. Nichts Geringeres als der damals „beste Likör der Welt“ wurde in der Rezeptur der altehrwürdigen Apotheke erfunden und gebraut.

Als Josef Moser, Sohn des Gründers Mathias Moser, die Apotheke Anfang des 19. Jahrhunderts übernahm, wurde sie durch den Erfindergeist des jungen Mannes berühmt. 1816 – damals noch im Haus gegenüber untergebracht – war die Alte Löwen-Apotheke nämlich das erste Gebäude in Wien, dessen Schaufenster im Licht einer Gaslaterne erstrahlte. Von seinen ausgedehnten Studienreisen, die ihn durch ganz Europa führten, brachte der innovative Apotheker allerlei moderne Erkenntnisse mit, die ihm etliche Patente einbrachten. Seine ganz neue Methode, Licht zu erzeugen, soll sogar Kaiser Franz Josef zur Besichtigung der Löwen-Apotheke gelockt haben.

Auch an Kunstsinn mangelte es Moser nicht. Für die Fassade ließ er Ferdinand Waldmüller, den berühmtesten Maler des österreichischen Biedermeier, vier lebensgroße Gemälde anfertigen. Sie zeigen Hygiea, die griechische Göttin der Gesundheit, Flora, die römische Göttin der Blüte und des Frühlings, und die antiken Ärzte Hippokrates und Galen. „Heute sind diese Werke leider nicht mehr in der Apotheke, sondern in der Galerie im Belvedere zu bewundern“, berichtet die jetzige Inhaberin. „Die verkleinerten Reproduktionen der Gemälde sind aber mittlerweile in der Apotheke zu bestaunen.“

Im Jahr 1886 übernahm die Familie Trnkoczy die Alte Löwen-Apotheke. „Das Wappen dieser altungarischen Adelsfamilie ist noch heute in unserer Offizin zu sehen und ihr Name ziert die Fassade der der Apotheke“, erzählt die Pharmazeutin. 108 Jahre war die Apotheke im Besitz der Familie, bis die Mutter von Taubald sie vor rund 23 Jahren erwarb. Damals hätten sie im Keller Unmengen unbekannter Destillate gefunden. „Irrsinnig spannend“ sei das gewesen, berichtet Taubald. „Seinerzeit sind doch ganz andere Substanzen verwendet worden“. Teilweise habe man noch nicht gewusst, wie giftig sie sind und welche Nebenwirkungen sie auf lange Sicht hervorrufen können.

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