Der Wahn des Großkunden
Es ist das Mantra des Großkunden: Die Krankenkassen wollen ihren alten Apothekenabschlag von 2,30 Euro zurück. Mit dieser Maximalforderung geht der GKV-Spitzenverband in jede politische Debatte. Neu... Mehr
Benjamin Rohrer, 19. Januar 2012, 15:01 Uhr
Mit dem ersten Liberalisierungsgesetz hatte die italienische Regierung im Dezember bereits Rx-Boni auf Arzneimittel der Medikamentenliste „Fascia C“ freigegeben. Diese nicht erstattungsfähigen Arzneimittel dürfen seitdem auch außerhalb von Apotheken verkauft werden. Laut der neuen Initiative soll es bei Rx-Preisen künftig überhaupt keine Vorschriften mehr geben.
Auch bei den Öffnungszeiten werden, abgesehen von Nacht- und Notdienst, alle Regelungen ersatzlos gestrichen. Bislang haben Italiens Apotheken je nach Region unterschiedliche Regeln zu befolgen: In einigen Regionen müssen die Apotheken während der Ferienzeit schließen, andernorts müssen sie sich an maximale wöchentliche Öffnungszeiten halten.
Wie schon beim ersten Liberalisierungsgesetz fühlen sich die Apotheker überfahren: Zwar hat ein Treffen mit Montis Staatssekretär Antonio Catricalà stattgefunden. Zu den Maßnahmen in den Gesetzesvorhaben habe Catricalà jedoch nichts sagen wollen, heißt es beim Apothekerverband. Zudem habe Gesundheitsminister Renato Balduzzi ein vereinbartes Treffen abgesagt. Wenigstens das Innenministerium hat den Apothekern inzwischen zugesagt, weitere Briefbomben-Anschläge mit aller Macht zu verhindern.