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Ritalin-Generika

Kongress fragt Novartis nach Sandoz

APOTHEKE ADHOC, 23. Januar 2012, 15:19 Uhr

  • Lieferengpässe bei ADHS-Präparaten: Kongress-Mitglieder fragen bei Novartis nachFoto: Katie Harbath
Berlin -

In den USA klagen Patienten, Ärzte und Apotheker verstärkt über Lieferengpässe bei ADHS-Arzneimitteln, und zwar vor allem bei Generika. Über die Ursachen wird gestritten: Einerseits werden die Medikamente als Droge missbraucht, andererseits kommen offenbar zu wenig Präparate auf den Markt. Die FDA verweist auf die Höchstmengen, die die Drug Enforcement Administration (DEA) den Herstellern vorgibt. Die Behörde wiederum beschuldigt die Hersteller, die anstelle von Generika teure Originalpräparate zu liefern. Mitglieder des Repräsentantenhauses wollen jetzt Details von Firmen und Behörde sehen.

Während die Zulassungsbehörde FDA für die Arzneimittelsicherheit zuständig ist, versucht die DEA mit einem Quotensystem den Medikamentenmissbrauch zu verhindern: Pro Wirkstoff dürfen nur bestimmte Mengen ausgeliefert werden. Damit bleibt es allerdings den Unternehmen überlassen, ob sie die Quote mit Original oder Generikum ausschöpfen.

In einem Brief an Novartis fragt der Demokrat Henry Waxman, Oppositionsführer im Handels-Ausschuss, nach den Gründen für die Engpässe bei den Ritalin-Generika der Tochter Sandoz. Konzernchef Joseph Jimenez soll bis Ende Januar Auskunft über die Menge der seit 2007 ausgelieferten Methylphenidat-Präparate geben und dabei zwischen Ritalin und Generika differenzieren.

Der Politiker verlangt außerdem Informationen über die jeweiligen Abverkaufspreise und über die Zahlungen des staatlichen Versicherungsprogramms Medicaid. Außerdem soll Novartis Kopien aller Dokumente aushändigen, die mit den Quoten in Zusammenhang stehen.

Der britische Hersteller Shire hat ebenfalls Post aus dem Repräsentantenhaus bekommen, der Konzern soll ebenfalls Auskunft über die Produktion seines ADHS-Präparats Adderall XR (Dextroamphetamin) und des entsprechenden Generikums geben. In einem dritten Brief wird die DEA aufgefordert, die Berechnung der Quoten zu erklären und darzulegen, inwiefern Auswirkungen auf Lieferengpässe berücksichtigt werden und welche Verbesserungen geplant sind.

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