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Galenica

Ketten wichtiger als Großhandel

Patrick Hollstein, 17. März 2009, 10:50 Uhr

  • Verdient wird mit Ketten: Der schweizerische Pharmahandelskonzern Galenica wächst im Einzelhandel.
Berlin -

Der schweizerische Pharmahandelskonzern Galenica hat im vergangenen Jahr erstmals mehr Geld im Einzelhandel verdient als im Bereich Logistik. Das operative Ergebnis der aktuell rund 120 Amavita-Apotheken sowie der Versandapotheke MediService lag mit 23 Millionen Schweizer Franken, das sind rund 15 Millionen Euro, 41 Prozent über Vorjahr. Dagegen sank das Ergebnis im Großhandel um 11 Prozent auf 17,3 Millionen Franken, rund 11 Millionen Euro.

Der zugrunde liegende Großhandelsumsatz stieg um 3 Prozent auf 2 Milliarden Franken (1,3 Milliarden Euro). Der Umsatz im Einzelhandel lag mit 557 Millionen Franken (360 Millionen Euro) 30 Prozent über Vorjahresniveau. Hier schlug vor allem die Übernahme von MediService zu Buche, ohne die das Plus bei 4 Prozent gelegen hätte. Die Versandapotheke, die sich auf die integrierte pharmazeutische Versorgung chronisch kranker Patienten mit Vorort-Service spezialisiert hat, dürfte demnach rund 110 Millionen Franken umgesetzt haben, das sind rund 70 Millionen Euro.

Dazu kommen Einnahmen der Drogeriekette Coop Vitality, die Galenica gemeinsam mit der Supermarktkette Coop betreibt. 2008 erwirtschaften die 31 Filialen einen Umsatz von 85 Millionen Franken (55 Millionen Euro). Ab dem 2. Halbjahr 2009 könnten schließlich, die Kaufgenehmigung durch die Behörden vorausgesetzt, die Umsätze der rund 100 Sunstore-Apotheken die Bedeutung der Einzelhandelssparte weiter steigern.

Einträglichster Bereich ist allerdings das Pharmageschäft: Hier erwirtschafteten die Schweizer einen Umsatz von knapp 434 Millionen Franken (282 Millionen Euro) sowie ein operatives Ergebnis von 224 Millionen Franken (146 Millionen Euro). Hier profitierte Galenica in erster Linie von der Übernahme der kanadischen Aspreva, die das von Roche vertriebene Immunsuppressivum CellCept (Mycophenolatmofetil) entwickelt hatte.

2008 flossen 354 Millionen Franken (230 Millionen Euro) an Lizenzeinnahmen in die Kasse der Schweizer und sorgten dafür, dass sich nach Abschreibungen und Investitionen das Ergebnis der Pharmasparte verdoppelte. Allerdings wurde CellCept vor einem Jahr wegen schwerwiegender Nebenwirkungen mit neuen Warnhinweisen versehen.

Weitere Schlüsselmärkte für den Geschäftsbereich, der sich vor allem mit Eisenpräparaten beschäftigt, sind neben der Schweiz Großbritannien und Schweden. Seit Anfang des Jahres vertreibt Galenica seine Produkte in Frankreich, in Kürze sollen die Niederlande folgen.

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