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Schweiz

Generika doppelt so teuer wie in Deutschland

APOTHEKE ADHOC, 19. November 2009, 15:00 Uhr

  • Hochpreismarkt für Generika: In der Schweiz liegen die Arzneimittelpreise zum Teil deutlich über denen anderer Länder.
Berlin -

Arzneimittel, die zu Lasten der Krankenversicherung gehen, sind in der Schweiz teurer als in anderen europäischen Ländern. Das betrifft vor allem Generika. Für einen Auslandpreisvergleich, den die Schweizer Krankenkassen und die Pharmafirmen gemeinsam durchgeführt haben, wurden als Referenzländer Dänemark, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, die Niederlande und Österreich herangezogen.

Bei Originalpräparaten ist die Preisdifferenz der Untersuchung zufolge nicht so stark ausgeprägt: In der Schweiz sind die Preise im Durchschnitt 9 Prozent höher als in anderen Ländern. In Deutschland und Dänemark verlangen die Originalhersteller sogar mehr für ihre Produkte. Am günstigsten sind solche Arzneimittel in Frankreich und Großbritannien. Für die Untersuchung wurden 200 häufig verordnete Originalia mit und ohne Patentschutz herangezogen.

Generika sind in der Schweiz dagegen deutlich teurer: Die Preisdifferenz beträgt durchschnittlich 50 Prozent. Am günstigen sind Generika demnach in Dänemark, den Niederlanden und Großbritannien - dort liegen die Herstellerabgabepreise bei rund einem Drittel der in der Schweiz üblichen Preise. In Deutschland liegen die Preise bei der Hälfte und in Österreich bei zwei Drittel. In Frankreich und Italien sind Generika etwa 25 Prozent billiger als in der Schweiz. Es wurden die Preise von 98 Wirkstoffen verglichen.

Die Einsparpotenziale liegen für das kommende Jahr bei 200 Millionen Schweizer Franken (132 Millionen Euro) bei den Originalpräparaten und 240 Millionen Franken bei Generika. Die Kalkulationen beziehen sich auf den Herstellerabgabepreis.

Krankenkassen und die Pharmaindustrie haben ein neues Modell vorgeschlagen, um die Preise für Generika zu senken. Demzufolge soll deren Zulassung vereinfacht und die Preise häufiger überprüft werden. Außerdem sind nach Umsatz differenzierte Preisabstandsregeln vorgesehen. Eine Einführung sei schon für Mitte 2010 denkbar.

Auch an den Vertriebsmargen könnte den Krankenversicherungen zufolge gespart werden. Eine entsprechende Studie soll noch in diesem Jahr veröffentlicht werden. Denkbar wäre beispielsweise, dass die Partner direkt miteinander verhandeln. Bislang werden die Margen per Verordnung festgelegt.

Im vergangenen Jahr beliefen sich die Arzneimittelkosten zu Lasten der Krankenkassen auf insgesamt 5,1 Milliarden Franken. Das entsprciht einem Fünftel der gesamten Kosten, die von den Versicherungen getragen werden. Der Großteil der Arzneimittel wurde in den Apotheken umgesetzt (3 Milliarden Franken). 1,6 Milliarden Franken entfielen auf dispensierende Ärzte und 500 Millionen Franken auf den ambulanten Spitalbereich.

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