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Schweiz

Drogisten sagen Apothekern ab

Patrick Hollstein, 05. Januar 2011, 12:34 Uhr

  • Keine Kooperation: Die Drogeriegruppe Impuls hat die Fusion mit der Apothekenkooperation Toppharm abgesagt.Foto: APOTHEKE ADHOC
Berlin -

Weil für Apotheken in der Schweiz das Geschäft mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln immer schwieriger wird, wollen die eidgenössischen Pharmazeuten den an die Drogerien verlorenen OTC-Markt zurückerobern. Die Apothekenkooperation Toppharm wollte sich sogar mit der Drogeriegruppe Impuls zusammenschließen. Doch die Drogisten sagten die Fusion vor Weihnachten überraschend ab.

Toppharm gehören rund 110 Apotheken in der ganzen Schweiz an, Impuls ist ein Zusammenschluss von knapp 50 Drogerien. Weil viele Toppharm-Apotheken in Kantonen liegen, in denen die Selbstdispensation durch Ärzte nicht erlaubt ist, macht der Rx-Bereich einen großen Anteil des Geschäfts aus. Daher wollen die Pharmazeuten in der Selbstmedikation zulegen.

Ein Zusammenschluss zwischen den beiden Gruppierungen hätte Beobachtern zufolge durchaus Sinn gemacht: Die Apotheker hätten das Knowhow der Drogisten im OTC-Einkauf nutzen können, Impuls hätte dank Toppharm deutlich mehr auf die Waage gebracht. Die Apothekenkooperation kommt nach eigenen Angaben auf einen Außenumsatz von 300 Millionen Schweizer Franken (umgerechnet rund 240 Millionen Euro), die Drogeriegruppe auf 100 Millionen Franken (80 Millionen Euro).

Im März hatten die Apotheker auf einer außerordentlichen Generalversammlung der berufsgruppenübergreifenden Fusion zusgestimmt. Neun Monate lang wurde, zuletzt in elf Teilprojekten, an dem Zusammenschluß zum 1. Januar 2012 gearbeitet. Ende Dezember sagte Impuls das Projekt überraschend schriftlich ab, da in zentralen Verhandlungspunkten keine Einigung erzielt worden sei.

Dem Vernehmen nach scheiterten die Pläne am Ende an der Verteilung der Kompetenzen: Offenbar war der Verwaltungsrat von Impuls nicht damit einverstanden, dass die Sitze in den Gremien nach Größe verteilt werden. Auch die Bündelung der Verwaltung bei der Toppharm-Zentrale in Münchenstein bei Basel soll ein Problem gewesen sein.

Die Apotheker halten nach Angaben von Geschäftsführer Wolfgang Goldberg trotzdem an ihrem neuen Betriebsmodell „Apotheke und Drogerie“ fest: Der Verwaltungsrat sei davon überzeugt, dass diesem Konzept die Zukunft gehöre. Unternehmen, die das Beste aus Apotheke und Drogerie vereinten, könnten die Bedürfnisse der Kundschaft am besten befriedigen. Die erste „Pilot TopPharm Apotheke und Drogerie“ ist noch für dieses Jahr geplant.

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