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Österreich

dm-Chef wirbt für Liberalisierung

Patrick Hollstein, 23. April 2008, 10:18 Uhr

  • Einsparungen möglich: Der österreichische dm-Chef Günter Bauer will ins Arzneimittelgeschäft.
Berlin -

Auch nach dem Einstieg ins OTC-Geschäfts in Kroatien macht sich die Drogeriekette dm in Österreich und anderen Ländern für die Öffnung des Apothekenmarktes stark: "Wir rechnen damit, innerhalb von längstens zwei Jahren auch in Österreich einen gut Schritt weiter zu kommen und die Nachfrage unserer Kunden nach rezeptfreien Arzneimitteln besser zufrieden stellen zu dürfen", so der österreichische dm-Chef Günter Bauer.

Gegenüber APOTHEKE ADHOC sagte der Unternehmenschef: "Wir wären in der Lage, auch rezeptpflichtige Arzneimittel zu verkaufen. Die reine Abwicklung ist kein Problem." Die Auswirkungen könnten den Markt umkrempeln: Anders als in Deutschland kommt in Österreich auf jede vierte Apotheke ein dm-Markt.

An der österreichischen dm-Tochter, die die Beteiligungen im Ausland verwaltet, sind neben dem deutschen Mutterkonzern der Unternehmenschef sowie die Handelsgruppe Spar beteiligt. Seit vier Jahren lobbyiert Bauer in seinem Heimatland für die Marktfreigabe. Drogisten brächten mit ihrer fundierten Ausbildung im Bereich der Heilpflanzenkunde sowie in organischer und anorganischer Chemie die besten Voraussetzungen für eine fundierte Beratung der Kunden mit, postulierte Bauer 2004. OTC-Produkte wie Apsirin, Wick und Nasivin seien mittlerweile Alltag; der Verkauf außerhalb von Apotheken kann laut Bauer zu einer „enormen Entlastung der Solzialversicherungen“ beitragen.

In Ungarn hatte die Drogeriekette nach der Liberalisierung im vergangenen Jahr begonnen, OTC-Produkte anzubieten. Zunächst hatte im September eine Filiale mehr als 150 rezeptfreie Arzneimittel wie Aspirin, Bepanthen, Cetebe, Fenistil, Otrivin, Rennie und Supradyn in ihr Angebot aufgenommen; bis Ende November wollte dm damals alle 200 ungarischen Filialen für den Verkauf entsprechend ausstatten. Die Arzneimittel sind auf Anfrage erhältlich - sie werden in versperrten Arzneimittelschränken aufbewahrt und von speziell weitergebildeten Drogisten ausgegeben. An Info-Stationen können sich die Kunden über jedes Arzneimittel informieren.

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