Der Wahn des Großkunden
Es ist das Mantra des Großkunden: Die Krankenkassen wollen ihren alten Apothekenabschlag von 2,30 Euro zurück. Mit dieser Maximalforderung geht der GKV-Spitzenverband in jede politische Debatte. Neu... Mehr
Benjamin Rohrer, 02. Januar 2012, 16:31 Uhr
Anlass der Forderung ist eine Studie des Österreichischen Institutes für Wirtschaftsforschung (Wifo): „Eine rigorose Deregulierung der Spannen und ein weitgehender Wegfall der Apothekenpflicht für nicht rezeptpflichtige Arzneimittel könnten den Preiswettbewerb deutlich beleben“, hatte das Wifo geschrieben. Weil der Beratungsbedarf und das Schutzbedürfnis der Konsumenten bei OTC-Präparaten ohnehin geringer als bei Rx-Medikamenten sei, könnten die nicht verschreibungspflichtigen Präparate freigegeben werden. Das als Verein konstituierte Institut erstellt regelmäßige Konjunkturprognosen und finanziert sich durch Mitgliedereinnahmen.
Aus Sicht von dm zeigt die hauseigene Kooperation mit der Versandapotheke „Zur Rose“, das sich durch mehr Wettbewerb bessere Preise ergeben: Hier würden Markenartikel zu 40 Prozent günstigeren Preisen angeboten. Ein Wettbewerb zwischen Apotheken und Drogerien könnte sich auch auf die Kundenorientierung positiv auswirken.
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apotheke adhoc Debatte 4 Kommentare
Mitdiskutieren#4 @ #2 Da hat doch...
... wieder einer an der Lampe gerieben, und der Geist erschien. Bitte nicht schon wieder. Von dem ist doch nichts neues zu erfahren. :-(
#3 ...der ist hier, ohne belehrende Worte
...aber dafür mit Zustimmung. Seit Wegfall der OTC-Preisbindung hat sich das Preisniveau der OTC-Präparate gewaltig nach unten bewegt.
Konnte ich als Kunde (und mit mir alle anderen Bürger) zuerst nur im Versandhandel Preisvorteile von teilweise 70 % genießen, sehe ich mittlerweile auch bei Apotheken vor Ort (Großstadt, hohe Apothekendichte und damit zumindest bei OTC ein harter Wettbewerb) immer öfter Preisaktionen und preisgünstige Angebote, die auch entsprechend beworben werden. Auch ein freundliches Nachfragen: "Sie berechnen die UVP?", hat wohl nicht nur bei mir immer wieder zu plötzlichen deutlichen Preisnachlässen geführt.
Wie bei allen anderen Gütern auch, vergleiche ich Preise und Service. Stimmt der Preis, bestelle ich online, dann ggf. auch auf Vorrat. Habe ich den Eindruck, daß meine Apotheke vor Ort erkannt hat, daß man um Kunden kämpfen muß und wenn ich mich durch sie nicht abgezockt fühle (beispielsweise ausschließlich UVP-Angebote), dann kaufe ich auch gerne mal vor Ort, wenn sich die Gelegenheit anbietet.
Oder kurz: Ich kaufe seit der OTC-Freigabe meine Medikamente so ein, wie ich auch andere lebenswichtige Güter (also Nahrungsmittel beispielsweise) oder Genußmittel einkaufe: Nach Preis und Service und ganz allein nach meiner eigenen freien Entscheidung.
Und bevor wieder der bekannte Einwand kommt: Ich verlange von keinem Apotheker einen Notdienst - weder offline noch online. Wer nichts verkaufen will, läßt es. Es muß auch kein Bäcker sonntags öffnen und keine Tankstelle mehr anbieten, als Kraftstoffe. Und mein Zahnarzt muß auch nicht samstags öffnen oder sechs mal die Woche von acht bis acht (ja, solche Ärzte gibt es tatsächlich). Das machen die alle ganz und gar freiwillig - weil sie Geld verdienen wollen. Und so würde es, wenn man sie denn ließe, natürlich auch 24/7-Apotheken geben. Aus dem Ausland kenne ich das bereits. Natürlich sind dann zu Unzeiten die Preise auch ein wenig gepfefferte, weil man entsprechende Zuschläge nimmt. Service hat seinen Preis - nicht anders als wie auch sonst überall im Leben. Und ja, mein Zahnarzt mit den ungewöhnlichen Öffnungszeiten gehört auch zu den nicht gerade preiswerten. Das ist bekannt und daraus wird auch kein Hehl gemacht. Service hat seinen Preis. Wenn ich das nicht möchte, muß ich eben mit meinen Zahnschmerzen (und auch sonst ohne Schmerzen) eben bis zum nächsten Tag warten oder im schlimmsten Fall in die Notaufnahme fahren.
#2 Wo ist...
...Hr. Schmidt mit seinen belehrenden Worten? ;)
#1 Der gute Harald ......
...... schneuz, schnuff, heul will die Österreicher endlich von der Beratung erlösen. Da gibt es dann ab der dritten Packung Schlafmittel die vierte umsonst und eine Empfehlung zum Bestatter/ Klinikum dazu (natürlich in Kooperation). Und wenn erstmal die 3-4 großen Konzerne den Markt aufgeteilt haben dann geht der Preiswettbewerb so richtig los (kennt man ja, da schläft äh wacht das kartellamt drüber, hihi, hoho). Vor den Ferien erhöhen alle die Preise für typische Reisemedikamente, in der Erkältungssaison die Hustenmittel, im Sommer ........ . Ach ja im Notdienst dürfen die bösen Kollegen in Österreich natürlich ausnahmsweise mitspielen.
Der gute Harald , ganz der Papa.