Der Wahn des Großkunden
Es ist das Mantra des Großkunden: Die Krankenkassen wollen ihren alten Apothekenabschlag von 2,30 Euro zurück. Mit dieser Maximalforderung geht der GKV-Spitzenverband in jede politische Debatte. Neu... Mehr
Benjamin Rohrer, 04. April 2011, 14:47 Uhr
In Schweden haben in der vergangenen Woche die ersten vier Boots-Apotheken eröffnet. Statt auf den Aufbau einer eigenen Apothekenkette setzt der britische Pharmahandelskonzern auf eine Kooperation mit dem Berufsverband der Pharmazeuten. Bis Jahresende sollen in Schweden mehr als 100 neue Boots-Apotheken öffnen - mit selbstständigen Apothekern als Franchise-Nehmern.
Gemeinsam mit dem Pharmazeuten-Verband hatte Alliance Boots im vergangenen Jahr ein Joint Venture gegründet, an dem die Briten die 51-prozentige Mehrheit halten. Für eine monatliche Gebühr übernimmt die Systemzentrale die Verhandlungen mit den Großhändlern sowie die Abrechnung mit den Krankenkassen. Zudem müssen die Apotheker ihre Darlehen über die Firma zurückzahlen.
Das Regiment ist streng geregelt: Die Apothekeninhaber vereinbaren einen jährlichen Zielumsatz mit der Systemzentrale. Über Zweck und Details solcher Zielvereinbarungen wollte man bei Boots keinen Kommentar abgeben.
Von dem Geschäftsmodell profitierten in erster Linie die Apothekeninhaber, findet aber Eric Örn, einer der ersten Boots-Apotheker: „Man bekommt mehr als man zahlt.“ In Schweden werde Boots hauptsächlich wegen der Bekanntheit seiner Eigenmarken gut ankommen, sagt Örn, der seine Apotheke in einem Touristengebiet an der südschwedischen Küste eröffnet hat: „Die Schweden reisen viel, die Marken des Konzerns sind ihnen schon aus anderen Ländern bekannt“. Er selbst habe seine erste Boots-Apotheke in Thailand gesehen.
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