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Frankreich

Beratungspauschale gegen Margenverlust

Benjamin Rohrer, 12. Oktober 2011, 12:29 Uhr

  • Umstellungen bei der Vergütung: Frankreichs Apotheker profitieren von neuen Beratungspauschalen, leiden aber unter einem Spargesetz.Foto: Elke Hinkelbein
Berlin -

Auch Frankreich muss sparen: Gesundheitsminister Xavier Bertrand will die Arneimittelausgaben im kommenden Jahr um 770 Millionen kürzen. Geplant sind Preissenkungen, Erstattungsausschlüsse sowie eine Sondersteuer für die Pharmaindustrie. Weil Frankreichs Apotheker immer noch durch eine prozentuale Marge entlohnt werden, drohen ihnen erhebliche Einbußen. Immerhin können die Pharmazeuten auf Beratungspauschalen für zusätzliche Leistungen hoffen.

Insgesamt rechnet der Apothekerverband mit Belastungen von 200 Millionen Euro. Rein rechernisch kostet das Sparpaket jede Apotheke damit 8700 Euro Euro. Um die Abhängigkeit von den Arzneimittelpreisen zu reduzieren, fordert der Apothekerverband schon seit Längerem eine Abkehr von der Vergütung per degressiver Marge. Bertrand hat bereits angekündigt, das Apothekenhonorar künftig stärker an die Leistungen knüpfen zu wollen. Eine Entscheidung über ein neues Honorarsystem - etwa eine Fixpauschale - wird jedoch frühestens Ende des Jahres erwartet.

Zusatzleistungen wie Medikationschecks, Dosisanpassungen oder den Austausch von Arzneimitteln können sich die Apotheker wohl bald vergüten lassen. Das Honorar für diese neu eingeführten Leistungen müssen die Apotheker jedes Jahr mit dem Gesundheitsfonds aushandeln. Beim Apothekerverband rechnet man damit, dass alleine dadurch die jetzt geplante Margenkürzung komplett gedeckt werden könnte.

Das Sparpaket soll bis Jahresende im Parlament beschlossen werden. Den derzeitigen Plänen zufolge sollen die Preise von mehr als 200 Arzneimitteln gesenkt werden. Die Details sollen zwischen Pharmaindustrie und Arzneimittelbehörde verhandelt werden. 64 Medikamente sollen gar nicht mehr erstattet werden. Auch die Großhandelsmarge soll gekürzt werden; über die Höhe der Abschläge ist bislang jedoch nichts bekannt. Die Regierung plant zudem eine Sondersteuer für die Pharmaindustrie: Hersteller sollen künftig 1,6 Prozent ihres Umsatzes abgeben - weitere 150 Millionen Euro sollen dadurch in die Staatskassen gelangen.

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