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Apothekenketten zocken Medicaid ab

APOTHEKE ADHOC, 11. Juni 2008, 13:00 Uhr

  • Den Staat abgezockt: Die Apothekenkette Walgreen zahlt 35 Millionen US-Dollar, weil Patienten zu teure Medikamente erhielten.
Berlin -

In den USA häufen sich die Fälle, in denen Apothekenketten das staatliche Gesundheitssystem ausnutzen. Im jüngsten Fall hat die Apothekenkette Walgreen einem Vergleich zugestimmt und zahlt 35 Millionen US-Dollar wegen ungerechtfertigter Abrechnungen mit Medicaid. Walgreen hatte zwischen 2001 und 2005 Kunden auf teure Präparate umgestellt, um mehr Geld von Medicaid einfordern zu können. So bekamen Patienten ohne erkennbaren medizinischen Zusatznutzen hochpreisige Ulcus-Therapeutika, Antidepressiva und Parkinsonmedikamente. Auf diese Weise konnte Walgreen seine Marge im Pharmageschäft auf Kosten der Steuerzahler erhöhen.

Die Klage gegen Walgreen geht auf den Apotheker Bernard Lisitza aus Illinois zurück. Es ist nicht der erste Fall, in dem Lisitza eine Apothekenkette des „drug-switching“ überführt. Die Apothekenkette CVS hat in diesem Jahr bereits 37 Millionen US-Dollar bezahlt, weil Kunden zu teure Generika erhielten. Ende 2006 musste Omnicare, der größte Versorger von Altenpflegeheimen in den USA, sogar 50 Millionen Dollar bezahlen. Beide Fälle gehen auf Klagen von Lisitza zurück. Seinem Anwalt zufolge wurde der Apotheker von Omnicare entlassen, nachdem er die Geschäftspraktik ans Tageslicht gebracht hatte. Doch Lisitza kann sich trösten: Aus der jüngsten Einigung bei Walgreen erhält er fünf Millionen US-Dollar.

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