Der Wahn des Großkunden
Es ist das Mantra des Großkunden: Die Krankenkassen wollen ihren alten Apothekenabschlag von 2,30 Euro zurück. Mit dieser Maximalforderung geht der GKV-Spitzenverband in jede politische Debatte. Neu... Mehr
Benjamin Rohrer, 25. November 2010, 12:53 Uhr
Italienische Apotheken sollen mehr Kompetenzen bekommen. Um die medizinische Versorgung in ländlichen Gebieten zu verbessern, sollen die Pharmazeuten Kernaufgaben der Ärzte übernehmen und somit zu lokalen Gesundheitszentren werden. Ein entsprechendes Dekret hatte das Parlament schon vor einem Jahr bewilligt - wegen Protesten der Regionen und Apothekerverbände gegen die Finanzierung ist das Gesetz bis heute nicht umgesetzt worden.
Insbesondere wegen der mangelnden medizinischen Versorgung sah die Regierung Handlungsbedarf: Da italienische Ärzte ihre Praxen nicht länger als 15 Stunden pro Woche öffnen müssen und es für Mediziner auch keine Bedarfsplanung gibt, haben vielen Patienten oft nur schlechten Zugang zu medizinischen Untersuchungen.
Einige dieser Untersuchungen dürfen in Zukunft Apotheker durchführen. Um zum Beispiel den Cholesterinspiegel zu messen, dürfen Apotheken Kapillarblutmessungen durchführen. Auch die Auswertung des Urins und die Untersuchung des Stuhlgangs auf okkultes Blut fallen künftig in die Kompetenzen der Apotheker. Im technischen Bereich werden die Offizinen mit EKG-Geräten ausgestattet, um Anfangsdiagnosen über Herzkrankheiten zu stellen.
Um den neuen Anforderungen gerecht zu werden, dürfen Apotheker fortan auch Krankenpfleger, Physiotherapeuten sowie Sozialarbeiter anstellen. Die neuen Mitarbeiter sollen auch an der häuslichen Versorgung teilnehmen und beispielsweise die regelmäßige Verabreichung von Medikamenten beim Patienten zu Hause übernehmen. Dies soll zu einer Entlastung der staatlichen Pflegedienste führen.
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