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Großbritannien

Apotheken kümmern sich um Teenie-Sex

Désirée Kietzmann, 04. März 2009, 14:42 Uhr

  • Anlaufstelle für Teenager: Apotheken sollen nach dem Willen der britischen Regierung helfen, unerwünschte Schwangerschaften zu verhindern.Foto: Elke Hinkelbein
Berlin -

Die britische Regierung will Jugendlichen den Zugang zu Verhütungsmitteln erleichtern. Im Rahmen eines 20,5 Millionen Pfund (umgerechnet 22,8 Millionen Euro) schweren Maßnahmenpakets sollen auch die Apotheker helfen, junge Mädchen im Umgang mit Verhütungsmitteln sicherer zu machen. In London gibt es deshalb seit kurzem ein Pilotprojekt mit 10 Apotheken.

Dort können Mädchen unter 16 Jahren orale Kontrazeptiva ohne Rezept direkt vom Apotheker erhalten. Dieser muss in einem persönlichen Gespräch einschätzen, ob das Mädchen für den verantwortungsvollen Umgang mit der Pille geeignet ist. Am Ende der Testphase soll eingeschätzt werden, ob Mädchen dieses Alters fähig sind, die Entscheidung zur Einnahme der Pille allein zu treffen, sagte ein Sprecher des britischen Apothekerverbands gegenüber APOTHEKE ADHOC.

Weiterhin soll es auch die „Pille danach“ ohne Rezept in den Apotheken geben. Verbraucherinnen ab 16 Jahren können sie ohne Beschränkung kaufen. Jüngere Mädchen müssen sich einem ausführlichen Beratungsgespräch unterziehen. Generell erhalten Frauen orale Kontrazeptiva in Großbritannien nur mit ärztlicher Verschreibung, sie sind allerdings kostenfrei. Auch die Pille für unter 16-Jährige soll deshalb gratis verfügbar sein.

Großbritannien hat die höchste Rate an Schwangerschaften unter Minderjährigen in Europa. Sie war im vergangenen Jahr das erste Mal seit 2002 wieder angestiegen: Statistisch wurden 41,7 von 1000 Mädchen zwischen 15 und 17Jahren ungewollt schwanger, 2,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Auch bei den sexuell übertragenen Infektionen führen die Briten die europäische Liste an.

Neben einer Aufklärungskampagne in den Medien und an Schulen ist daher der Ausbau lokaler Gesundheitsdienste geplant. Die Hälfte der jetzt zur Verfügung gestellten Gelder will die Regierung nutzen, damit Verhütungsmittel „zur richtigen Zeit am richtigen Ort“ verfügbar sind.

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