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Actavis geht von der Börse

Patrick Hollstein, 27. Juli 2007, 16:21 Uhr

  • Frischer Wind: Nach Jahren der Expansion verschwindet Actavis von der Börse.Foto: Actavis
  • Bier, Telekommunikation, Generika: Der isländische Milliardär Björgólfur Thor Björgólfsson ist nun alleiniger Eigner von Actavis.Foto: Actavis
Berlin -

Der isländische Generikakonzern Actavis wird künftig nicht mehr an der Börse gehandelt werden. Am Donnerstag stellte das Unternehmen, das sich mittlerweile mehrheitlich im Besitz der Investgesellschaft Novator befindet, einen entsprechenden Antrag bei der skandinavischen Wertpapierbörse OMX.

Anfang Mai hatte Novartor den Aktionären ein Übernahmeangebot in Höhe von 98 Cents je Aktie gestellt, das Ende Juni auf 1,01 Euro nachgebessert worden war. Das Management hatte dem zweiten Gebot zugestimmt. Der Kaufpreis liegt damit bei 3,4 Milliarden Euro.

Novartor ist eine Investgesellschaft des bisherigen Actaivs-Hauptaktionärs Björgólfur Thor Björgólfsson. Der erste Milliardär Islands, der heute von London aus seine zahlreichen Beteiligungen vor allem in Osteuropa verwaltet, hielt bislang 39 Prozent des Aktienkapitals am Unternehmen. Über Vertraute, die Schlüsselpositionen in weiteren Finanzgesellschaften besetzen, kontrollierte der Magnat jederzeit eine Mehrheitsbeteiligung. Neben privaten und institutionellen Investoren hielt das Management um CEO Robert Wessman Anteile.

Björgólfsson, Spross einer großen isländischen Familiendynastie, hatte durch Brauereigeschäfte in Russland den Grundstein seines künftigen Imperiums gelegt. Nach seinem Einstieg bei dem damaligen Lohnhersteller begann 1999 die internationale Expansion des Unternehmens. Da Björgólfsson immer neue Investorengelder organisierte, ging Wessman jahrelang auf Einkauftstour rund um den Erdball. Der Marktwert des Unternehmens kletterte jährlich um bis zu 60 Prozent; heute ist der Konzern mit 11000 Mitarbeitern in 32 Ländern, Produktionskapazitäten von 24 Milliarden Tabletten jährlich, 650 Präparaten im Portfolio und weiteren 330 in der Pipeline sowie mit einem erwarteten Jahresumsatz von 1,4 Milliarden Euro ein Schwergewicht in der Branche.

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