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Apothekenpersonal

Verwaltung erdrückt Beratung

APOTHEKE ADHOC, 29. September 2009, 11:01 Uhr

  • Patient bleibt Hauptsache: 42 Prozent ihrer Arbeitszeit verbringen Apotheker und Angestellte mit der Beratung.Foto: Elke Hinkelbein
Berlin -

Mit Verwaltungsaufgaben verbringen selbstständige Apotheker und ihre Mitarbeiter mehr Zeit als mit der Kundenberatung. Dies geht aus einer repräsentativen Umfrage des Marktforschungsunternehmens TNS Health hervor, die im Auftrag des Franchise-Anbieters Avie unter 150 Apothekeninhabern, Filialleitern oder Stellvertretern durchgeführt wurde.

Der direkte Kundenkontakt macht der Umfrage zufolge 42 Prozent der Arbeitszeit in Apotheken aus: In dieser Zeit werden Kunden beraten und Arzneimittel verkauft. Die restliche Arbeitszeit, weit über 50 Prozent, verbringen Pharmazeuten und ihre Mitarbeiter mit organisatorischen oder administrativen Aufgaben.

Davon entfällt besonders viel Zeit auf die Warenbewirtschaftung sowie auf die Lager- und Verfalldatenkontrolle (13 Prozent). Administrative Aufgaben, die bei der Kundenberatung anfallen, nehmen 11 Prozent der Zeit in Anspruch. Verwaltende Aufgaben im Back Office schlagen mit etwa 7 Prozent zu Buche; beinahe genauso viel Arbeitszeit entfällt auf die Herstellung von Rezepturen (6 Prozent).

Jeweils 5 Prozent ihrer Zeit verbringen Apotheker und ihre Mitarbeiter mit der Sortimentsgestaltung sowie mit der Prüfung und Dokumentation, zum Beispiel von Fertigarzneimitteln und Rezeptursubstanzen. Auf interne oder externe Schulungen, Gespräche mit dem pharmazeutischen Außendienst und personelle Angelegenheiten entfallen je 3 Prozent der Arbeitszeit.

Beinahe jeder Apotheker sieht laut Umfrage sorgenvoll in die Zukunft: 91 Prozent erwarten Ertragsverluste. Jeder zweite Pharmazeut begründet dies mit Änderungen gesetzlicher Rahmenbedingungen, 42 Prozent sehen die Ursache in verschlechterten Großhandelskonditionen, und jeder dritte Befragte ist über den Anstieg des Versandhandelsanteils besorgt.

Jeder zweite Apotheker kann sich allerdings vorstellen, erwartete Verluste mit einer Steigerung der Zusatzverkäufe auszugleichen. Knapp 40 Prozent sehen Chancen in der Sortimentoptimierung und jeder Dritte im besseren Management des Warenlagers. Preisdumping dagegen ist der Umfrage zufolge keine Lösung: In der Rolle des Discount-Anbieters möchte sich keiner der befragten Apotheker sehen.

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