Retaxationen

Gericht erlaubt Stückeln auf Rezept Julia Pradel, 04.02.2016 14:58 Uhr

Berlin - Apotheken sind zur Abgabe wirtschaftlicher Einzelmengen verpflichtet. Allerdings müssen sie verordnete Packungen nicht in Stückzahlen umrechnen und prüfen, ob es günstigere Alternativen gibt. Das hat das Thüringer Landessozialgericht (LSG) entschieden. In dem jetzt veröffentlichten Urteil machen die Richter deutlich, dass es auch beim Sparen Grenzen gibt.

Im konkreten Fall ging es um das Parkinsonmittel Apo-Go (Apomorphin). Ein Arzt hatte das Präparat im Jahr 2009 dreimal verordnet: zweimal je 15 und einmal 25 Packungen mit je fünf Ampullen. Die Apotheke gab die Präparate im Gesamtwert von rund 7500 Euro ab. Die Kasse retaxierte insgesamt fast 2200 Euro – weil die Apotheke gestückelt haben soll.

Der Apotheker wehrte sich juristisch gegen die Retaxation. Zunächst allerdings vergeblich – das Sozialgericht Nordhausen (SG) wies seine Klage ab. Die Kasse hatte erfolgreich argumentiert, die Apotheke hätte statt der 5er- besser 10er-Packungen abgeben müssen, die seit November 2008 auf dem Markt seien. Der Apotheker habe in seinem Einspruchsschreiben selbst eingestanden, dies nicht beachtet zu haben.

Der Apotheker hielt dagegen, dass eben keine Verordnung nach Stückzahlen erfolgt sei. Der Arzt habe eindeutig 15 Packungen des Arzneimittels verschrieben. Die Kasse erklärte, eine verordnete Originalpackung entspreche grundsätzlich einer bestimmten Stückzahl und es obliege dem Apotheker, auf die Abgabe der wirtschaftlichsten Alternative zu achten.

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