Tilidin kostet Apotheken 1,8 Millionen Euro Benjamin Rohrer, 20.06.2012 12:27 Uhr
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Mehr Aufwand: Weil Tilidin/Naloxon BtM wird, kommen auf die Apotheken Kosten von 1,8 Millionen Euro zu.APOTHEKE ADHOC
Berlin - Seit Monaten kämpft die ABDA für eine Erhöhung der BtM-Gebühren. 19 Millionen Euro fehlen den Apothekern in der Kasse. Die Politik hat die Forderung der Apotheker bislang nicht umgesetzt. Dabei könnten die Aufwendungen gerade in diesem Bereich demnächst stark ansteigen: Weil Tropfen mit der Wirkstoffkombination Tilidin/Naloxon Betäubungsmittel werden sollen, kommen auf die Apotheken laut Bundesgesundheitsministerium (BMG) zusätzliche Kosten von rund 1,8 Millionen Euro zu. Das sind rein rechnerisch knapp 85 Euro pro Apotheke. Für den Zusatzaufwand der Ärzte veranschlagt das BMG fast viermal so viel.
Bislang unterliegt Tilidin erst ab einer Konzentration von 7 Prozent oder 300 Milligramm pro abgeteilter Form in der Kombination mit Naloxon der BtM-Pflicht. Mit der Ende Mai von der Bundesregierung verabschiedeten Novellierung der Betäbungsmittel-Verschreibungsverordnung (BtMVV) soll die Ausnahmeregelung für die flüssigen Darreichungsformen gestrichen werden. Retardierte Präparate sollen dagegen nicht BtM werden, da hier der intravenöse Missbrauch nicht möglich ist.
Weil sich nun der Gesundheitsausschuss des Bundesrates mit der Verordnung beschäftigt, hat die Regierung die Folgekosten beziffert: Demnach rechnet das BMG mit einem Anstieg von rund 2 Millionen BtM-Rezepten pro Jahr. Wegen der zusätzlichen Dokumentationspflichten entstehe insgesamt ein Erfüllungsaufwand von knapp 9 Millionen Euro pro Jahr.
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#10Ironiealarm!
@8: Mensch Michael, bring die bloß nicht auf Ideen. Solche Aussagen muß man doch immer mit dem Ironiekennzeichen versehen, sonst heißt es: He, die Apotheker bieten noch ein wenig Rabatt an. ;-) Es ist schon desillusionierend zu sehen, wie unsere Arbeit gesehen wird. Andererseits: Zum Rezeptdokumentieren und -ablegen braucht man tatsächlich kein Studium. #6 Frau Aures hat mein Lieblingszitat ja schon verwendet, also verweise ich hier nur auf den letzten Satz ihres Beitrags
#9Bei allen Berechnungen fehlt eine Größe....
und zwar das 5 Minuten lange Telefongespräch welches ich mindestens 2 Monate lang bei jedem Rezept führen muß, weil die Ärzte mal wieder nicht wissen das Sie jetzte ein BTM Rezept ausstellen müßen ( siehe Flunitrazepam Chaos )
#8belastbare Zahlen bitte
Liebes BMG... Ihr seid die, die immer belastbare Zahlen wollen. Dann ist es doch sicher kein Problem, die Berechnung der unterschiedlichen Zahlen öffentlich zu machen. Ich fordere: rückwirkend bis 2004 keine Diätenerhöhung für Politiker und Staatssekretäre, bis da belastbare Zahlen vorgelegt werden, die den Mehraufwand beim Arzt dokumentieren. Es wird wohl so laufen, dass die Arbeit der Sprechstundenhilfe, die das Rezept ja ausdruckt viermal mehr wert ist, als das des Apothekers. Denn dokumentieren/archivieren müssen es ja beide. Ach ich vergaß. Bei uns wird ja nur der Wareneingang und -ausgang dokumentiert (also zweimal) im Gegensatz zum Arzt (1x Dokumentation Rezeptausstellung) Aber in Augen der FDP ist die Arbeitsleistung 100 x mehr wert als die des Apothekers. Da kann man doch mit der Einschätzung des BMG noch ganz zufrieden sein. Mein Vorschlag ans BMG: Wir Apotheker kommen auf Knien angekrochen und bitten innigst, dass doch die BTM-Gebühr wie Rabatte den Krankenkassen als Großkunden (ich dachte ja immer der Patient sein unser Kunde) den Krankenkassen als zusätzlicher Rabatt gewährt wird. Für die komplizierte Abrechnung, die den Krankenkassen entsteht, sollte jede Apotheke ein Sonderopfer von 10 Euro pro BTM erbringen, da ja sonst der enorme Verwaltungsaufwand bei den ärzten nicht entschädigt werden kann.... Michael
#7das ist ja nur die Spitze...
...dazu kommen dann ja noch die Retaxationen, weil der Arzt es in seinen 5 Minuten nicht schafft 'gemäß schriftlicher Anweisung' "kassengemäß" abzukürzen.
#6ja...
geht's noch ? wir sind ja wohl die oberdeppen der nation. das ist echt qms (quälen mit system ). wie schon mal gesagt: ich kann gar nicht soviel essen, wie ich kotzen möchte.
#5Vierfacher Aufwand bei den Ärzten?
Fünf Minuten länger? Willkommen im Meer der Ahnungslosen! Ehrlich, wenn diese Betrachtungsweise charakteristisch ist, brauchen wir uns nicht zu wundern, warum wir um jeden Cent Honorarerhöhung mit Zähnen und Klauen kämpfen müssen. 93,1 Cent pro Packung? Liebe Leute, ein BTM-Abgabebeleg kostet schon 1 Euro! Aber die Großhändler haben ja noch mehr Aufwand. Also ist's wie immer: Beklagt euch nicht, anderen geht's noch schlechter, gell?
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#3Wie immer werden die Apotheker verarscht
Hinsichtlich der BtM-Formulare haben wir mind. denselben Aufwand wie die Ärzte. Bei uns wird das Rezept nicht ausgestellt, aber extra kontrolliert, dokumentiert und eingelagert. Zusätzlich haben wir aber einen doppelten Mehraufwand. Zunächst den unmittelbar finanziellen, den der GH an uns für jede einzelne BtM-Lieferung berechnet, zum anderen durch die erhöhten Lagerkosten und Handlingsaufwand. Wie man sieht, bekommt jeder Beteiligte in der Liefer- und Verschreibungskette seinen Aufwand bezahlt, teilweise durch die Krankenkassen, teilweise durch die Apotheke. Wer mal wieder die Ausnahme darstellt, ist die Apotheke - deren Kosten werden wie immer weit unter- und der zugehörige Ertrag weit überschätzt. ABDA, wo bist du ? Warum weiss das BGM das nicht? Warum sagst du es denen nicht öffentlich, so dass es jeder mitbekommt und kein (FDP)-Politbeamter sich anschließend noch unwissend stellen kann ? Verdammt noch mal, warum sollen immer wir den Kopf hinhalten und du tust gar nichts ?
#2Das ist unzulässig!
An diesem Beispiel wird uns direkt vor Augen geführt, dass Apotheken ungleich behandelt werden. Wie kann es sein, dass bei Ärzten der zeitliche Mehraufwand berücksichtigt wird, bei Apotheken nicht? 1. Die Bearbeitung des Rezepts dauert länger (1 Minute) 2. Die Warenannahme dauert länger (1 Minute) 3. Die Dokumentation durch einen Approbierten (mindestens 3 Minuten). 4. Die Lagerhaltung ist teurer (ich persönlich muss mir einen neuen BTM-Schrank kaufen). 5. Die monatliche Kontrolle wird aufwendiger. Ich verlange keinen Ausgleich dafür, da ich nicht mit mehreren Bällen gleichzeitig jonglieren kann, aber ich verlange, dass man ehrlich und richtig rechnet oder die Zahlenspielerei bleiben lässt!
#1Löwenanteil + Milchmädchenrechnung
Der Mediziner braucht also 5 min. für das BTM Rezept !? Der Apotheker braucht diese 5 Min. mindesten auch. Nur unser Stundenlohn wird wohl anders angesetzt: 0,23€ x12=2,76€ abzgl. 19% Märchensteuer wäre dann 2,32€. Kann man da nicht wegen Unterschreitung des Mindestlohns klagen?