Bad Camberg

Holzhackanlage verdrängt Traditionsapotheke Maria Hendrischke, 19.03.2016 09:32 Uhr

Berlin - Die älteste Apotheke der Aposanum-Gruppe im hessischen Bad Camberg steht vor dem Aus. Zuletzt war das Geschäft nicht mehr rentabel; fehlende Parkplätze, eine Baustelle und die sterbende Innenstadt führten zum Kundenrückgang. Zum 23. April wird Inhaberin Cornelia Gondermann die Offizin schließen. Damit endet eine Geschichte, die vor mehr als 350 Jahren begann.

Die Kundenzahlen am Standort seien rückläufig; daher sei die Alte Amts-Apotheke schon seit längerer Zeit nicht mehr profitabel zu führen, sagte Gondermann gegenüber der Naussischen Neuen Presse. In der Bad Camberger Altstadt hätten viele Familienbetriebe aufgeben müssen: Das Modehaus Marx und das Schuhgeschäft Nikolaus Schmitt schlossen nach mehr als 100 Jahren.

Laut Zeitungsbericht kommt hinzu, dass Kunden nicht ohne Weiteres direkt vor der Haustür parken könnten. Einer Baustelle nebenan belastet die Apotheke außerdem seit mehr als einem Jahr. Eine Holzhackschnitzelanlage wurde im alten Feuerwehrgerätehaus eingebaut; die Umbauarbeiten sind noch im Gange.

Die Alte Amts-Apotheke ist in einem historischen Gebäude der Kurstadt untergebracht. Erst vor ein paar Jahren ist das Fachwerkhaus neu gestrichen worden. Das Baudenkmal gilt als das älteste Wohnhaus der Stadt. Es wurde Ende des 15. Jahrhunderts erbaut – auf Grundmauern von 1330.

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